Westernpferde

Die heute in Deutschland lebenden sogenannten “Westernpferde” Quarter Horses und Paint Horses stammen alle von Pferden ab, die vor längstens 30 Jahren aus Amerika importiert wurde, wenn sie nicht sogar selbst Importtiere sind.

In Deutschland sind Pferde dieser Rassen also noch ganz “jung” und auch noch nicht sehr zahlreich, obwohl sie weltweit die zahlenmäßig größte Rassegruppe stellen, die in allen Reitdisziplinen genutzt wird. Sie sind also auch die am vielfältigsten nutzbaren Pferderassen. Sie finden sich heute nicht nur in den klassischen Westerndisziplinen Reining, Cutting, Working Cowhorse, Trail, Pleasure und anderen, sondern sind auch erfolgreich in der klassischen Dressur, im Springen, in Distanzen und im Geländereiten.

Das Quarter Horse entstand aus den aus Europa nach Nordamerika importieren Pferden. Es wurde keine konsequente Zucht betrieben, sondern immer mit den Pferden gezüchtet, die für den täglichen Arbeitseinsatz am besten geeignet waren und diese positive Eigenschaften auch weitervererbten. Die Ursprungsrasse dieser Pferde spielte dabei eine geringere Rolle, wenn es nur die gewünschten Eigenschaften vererbte. In einem so großen Land war das Pferd ein ganz wesentlicher Faktor im Arbeitsleben. So wurde eine Pferd gezüchtet, das einerseits immer kooperativ und willig mitarbeitet und dabei vom Charakter her einfach im Umgang ist, andererseits auch bestimmte Arbeiten selbstständig ausführen kann (z.B. bei der Rinderarbeit “Cutting”). Dieses Pferd musste schnell und wendig sein (Quarter Horse kommt von “Quarter of a mile” = schnellstes Pferd auf ein viertel Meile), aber auch eine gute Kondition für einen langen Arbeitstag haben. Für den Reiter, der oft den ganzen Tag im Sattel dieses Pferdes saß, waren außerdem weiche, angenehm zu sitzende Bewegungen sehr wichtig. Die geringere Größe und die Proportionen ( nahezu ein “Quadratpferd”) fördern die Wendigkeit. In einem Land ohne Hilfsmittel und nicht immer üppiger Nahrungsgrundlage musste dieses Pferd außerdem zäh, wenig krankheitsanfällig und trotz der langen Arbeitszeit sparsam im Unterhalt = leichtfuttrig sein.
Aus all diesen Anforderungen entwickelten sich die Rassen Quarter Horse und Paint Horse. Dabei unterscheidet sich das Paint Horse vom Quarter Horse nur in der Farbe: es ist gescheckt (Tobiano oder Overo).

Die Westernpferde sind nicht nur in unseren Augen die idealen Pferde für die heute an Zahl ständig zunehmenden Freizeitreiter. Diese Reiter können oder wollen nicht die Zeit aufbringen, sich täglich intensiv mehrere Stunden mit ihrem Pferd und ihrer reiterlichen Ausbildung zu beschäftigen. So sind ihre reiterlichen Qualitäten und ihre Ausbildung für den Umgang mit Pferden nicht ausreichend, um mit anspruchsvolleren oder schwierigeren Pferden umgehen zu können.

Aber in Deutschland werden immer noch überwiegend Warmblutpferde gezüchtet. Diese Pferde wurden vor allem in den vergangenen Jahrzehnten als Sportpferde für überwiegend sportlich hoch ambitionierte und deshalb im Umgang mit Pferden sehr versierte Reiter gezüchtet. So sind z.B. die Bewegungen der heutigen Dressurpferde auf spektakulären Schwung hin gezüchtet, den die Durchschnittsreiter oft nicht mehr “aussitzen” können. Die Zuchtauslese im Hinblick auf sportliche Leistungen vernachlässigt oft die schwierige charakterliche Ausstattung (“springt Häuser, aber kaum einer kann ihn auf die Weide bringen”). Für die große Zahl der Freizeitreiter sind diese Pferde nicht geeignet.

Das ist der Grund, warum die Westernpferderassen und ähnliche Rassen in der Anzahl wesentlich stärker zunehmen, also beliebter werden. Ihre Gelassenheit und Ruhe in Verbindung mit der ständigen Bereitschaft, auf Kommando schnell zu reagieren und mitzuarbeiten ohne “heiß” zu werden, war für uns das erste ins Auge stechende Merkmal. Diese Pferde sind genauso sensibel, feinfühlig und aufmerksam wie ein Vollblüter, aber sie nutzen Fehler nicht aus, es bringt sie so schnell nichts aus der Ruhe.

Wie Peter Kreinberg so schön auf der Equitana 2003 zeigte, kann man mit ihnen ebenso Galopppirouetten reiten wie mit einem Lipizzaner oder Andalusier. Aber natürlich wurden sie überwiegend gezüchtet für die dynamischen Disziplinen des Westernsportes, die auch hierzulande stark im Kommen sind. Und allmählich verliert sich das negative Image des “Buschreiters, der “nicht wirklich reiten kann”.

Nach mittlerweise 30 Jahren werden in Deutschland Westernpferde gezüchtet, die den in Amerika gezogenen in nichts nachstehen. Auch in Deutschland gibt es in den letzten Jahren die zunehmende Spezialisierung in unterschiedliche Ausrichtungen wie für Reining, Cutting, Allrounder, Pleasure, Hunter uva.
Wir haben die Zucht eines Allrounders gewählt, der ein hohes Potential für die Reining mitbringt, aber auch für Cutting geeignet ist. Alle unsere Pferde sind aber auch je nach Ausbildungsstand in der Lage, Übungen einer klassischen Dressur zu zeigen.

Aber alle unsere Pferde haben einen hervorragenden Charakter, der sie zu unkomplizierten Partnern macht, die uns auch nach vielen Jahren noch viel Freude geben.

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Emphys Mitzy - die Mutter vieler hervorragender Pferde, denen sie ihre hervorragenden Eigenschaften mitgibt