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	<title>Aabach-Farm &#124; Quarter- &#38; Paint Horses, Münsterland-Alpakas &#187; Eigene Veröffentlichungen</title>
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	<description>Aabach-Farm &#124; Quarter- &#38; Paint Horses, Münsterland-Alpakas</description>
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		<title>Das Herdbuchscreening der Alpaca Association eV.</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 18:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Herdbuchscreening der AAeV]]></category>
		<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[                           Das AAeV-Herdbuchscreening  Im Folgenden möchte ich hier gerne das Herdbuchscreening der AAeV vorstellen, an dessen Entwicklung ich vor mittlerweile über 7 Jahren mitarbeiten durfte und dessen Weiterentwicklungen ich seitdem aktiv begleiten konnte. Eine Beschreibung ist natürlich immer eine ziemlich „trockene“ Sache, deshalb kann ich jeden Interessenten nur einladen, sich ein solches Herdbuchscreening unbedingt einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>                           Das AAeV-Herdbuchscreening</strong></p>
<p style="text-align: left;"> Im Folgenden möchte ich hier gerne das Herdbuchscreening der AAeV vorstellen, an dessen Entwicklung ich vor mittlerweile über 7 Jahren mitarbeiten durfte und dessen Weiterentwicklungen ich seitdem aktiv begleiten konnte.<span id="more-2288"></span></p>
<p style="text-align: left;">Eine Beschreibung ist natürlich immer eine ziemlich „trockene“ Sache, deshalb kann ich jeden Interessenten nur einladen, sich ein solches Herdbuchscreening unbedingt einmal „im Original“ anzuschauen. Wie bei den entsprechenden Veranstaltungen in der Pferdezucht, hier „Körung“ genannt, oder in der Hundezucht üblich, sind die Herdbuchscreenings auch in der AAeV selbstverständlich öffentliche Veranstaltungen, auf denen man auch als Zuschauer gern gesehen ist und viel lernen kann.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Sie sind also herzlich eingeladen, am 10. März 2012 in Ladbergen beim nächsten Herdbuchscreening der AAeV zuzusehen.</strong> Wir werden hier ca. 15 Alpakas prüfen lassen. Es finden aber auch an anderen Standorten in Deutschland Herdbuchscreenings statt, die Orte und genauen Termine werden im Februar auf der Homepage der AAeV veröffentlicht werden.</p>
<p><strong>Wer beurteilt die Alpakas beim Herdbuchscreening der AAeV?</strong><br />
Für die Ausbildung zum Richter für Alpakas gibt es einen international anerkannten, mehrjährigen und sehr schwierigen Ausbildungsweg. Dazu müssen die Richteranwärter nach einer umfassenden Ausbildung vor allem auch in den südamerikanischen Ländern in vielen Tests und einer sehr schwierigen Abschlussprüfung ihre Kenntnisse beweisen. In Deutschland gibt es noch niemanden, der diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.<br />
Glücklicherweise ist die Alpakazucht in Großbritannien uns einige Jahre voraus, so dass es dort inzwischen eine große Anzahl ausgebildeter Richter gibt. Aus diesen wählen wir jedes Jahr 2 Richter aus und bitten sie, bei unserem Herdbuchscreening die Alpakas zu bewerten.<br />
Das waren bisher: Val Fullerlove, Alexis Harrington-Smith, Nick Harrington-Smith, Gaia Dakalo, Paul Cullen und Ian Waldron. Sie sehen, dass es sich um absolute Top-Richter handelt, die auf der ganzen Welt gefragt sind und auch viele Shows richten bzw. gerichtet haben.<br />
Diese Richter bewerten das Aussehen, die Bewegungen und die Faser der Alpakas (dazu komme ich später noch ausführlich).<br />
<strong>Für die Beurteilung der Gesundheit und körperlichen Korrektheit der vorgestellten Alpakas</strong> ist es uns gelungen, einen sehr engagierten Tierarzt zu gewinnen, der sich besonders mit Alpakas auskennt und mittlerweile Professor in der Klinik für Wiederkäuer an der Veterinärmedizinischen Universität Wien ist: Univ. Prof. Dr. Thomas Wittek, Diplomate ECBHM. Er hat auch für das Herdbuchscreening 2012 wieder seine Zusage gegeben.<br />
Mit der Beurteilung durch einen so erfahrenen Tierarzt können wir sichergehen, dass die geprüften Tiere keine gesundheitlichen Mängel haben, die eventuell nicht erkannt wurden.<br />
Wir halten es in der AAeV für ganz besonders wichtig, dass unsere Tiere objektiv, unabhängig und verlässlich beurteilt werden. In Wochenendkursen kann man nach unserer Auffassung keine Qualifizierung erreichen, die berechtigt, Alpakas als gut oder schlecht zu bewerten:<br />
<strong>Der Beurteilung der Richter entscheidet schließlich über die Weiterentwicklung unserer Zucht</strong>, nur mit guten und objektiven Richtern ist eine solide Beurteilung für uns Züchter erreichbar, die ja so wertvoll ist für unsere weiteren Zuchtentscheidungen (seien wir doch einmal ehrlich: wir sind doch alle ein Stück weit „betriebsblind“ und können uns in der Beurteilung unserer eigenen Tiere nicht von beeinflussenden emotionalen Gedanken frei machen).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Voraussetzungen müssen Alpakas erfüllen, um zum Herdbuchscreening der AAeV zugelassen zu werden?</strong><br />
<strong>A.:</strong>  Sie müssen zunächst einmal im Register der AAeV angemeldet sein. Bei der Anmeldung wurde eine DNA-Probe analysiert und gespeichert, falls eine Abstammung angegeben wurde und die Eltern im AAeV ebenfalls registriert sind, wurde diese überprüft. Während des Herdbuchscreenings wird erneut eine DNA-Probe genommen, um zu bestätigen, dass es sich auch wirklich um das angemeldete Tier handelt.<br />
<strong>B.:</strong>  Außerdem muss das Alpaka mindestens 2 Jahre alt sein für das Herdbuchscreening. Warum? Gerade der Körperbau, aber auch die Faser verändert sich in den ersten 2 Jahren sehr stark. Langsam wachsende Tiere können sich noch entwickeln, Beinstellungen verbessern, Hengste mehr Ausstrahlung bekommen. Auch die Faser kann durchaus besser und nicht nur schlechter werden.<br />
Die Zuverlässigkeit der Beurteilung durch die Richter wird durch den späteren Zeitpunkt sehr viel höher.<br />
<strong>C.:</strong>  Sie müssen seit mindestens ½ Jahr in Deutschland leben, die zu bewertenden Faser hier gewachsen sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie ist der Ablauf beim Herdbuchscreening der AAeV?</strong><br />
Am Ort der Durchführung des Herdbuchscreenings müssen 4 voneinander abgetrennte Bereiche zur Verfügung stehen:<br />
Je einer für die beiden Richter, einer für den Tierarzt und einer für die Messstation.<br />
Außerdem wird ein weiterer Platz für die Kontrolle aller Daten benötigt.<br />
Seit der Umstellung auf das Computersystem werden alle Punktwerte und Daten von den Richtern, dem Tierarzt und denen, die das Alpaka messen und wiegen, direkt in verschiedene Laptops eingetragen.<br />
Der Computer gibt den Richtern die zu bewertenden Kriterien vor sowie den Bereich der zu vergebenden Punkte (für sehr gut bis sehr schlecht oder sogar Ausschluss).<br />
Dazu zeige ich demnächst einige Tabellen mit den gefragten Parametern.</p>
<p>Jeder Richter bewertet nun getrennt und unabhängig das Alpaka und trägt seine Beurteilung in den Laptop direkt ein.</p>
<p><a href="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2012/01/web20-30-EM2_13390.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2289" title="web20-30-EM2_13390" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2012/01/web20-30-EM2_13390.jpg" alt="" width="259" height="173" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachdem ein Alpaka von beiden Richtern bewertet wurde, prüft das Computerprogramm, ob ungewöhnliche Abweichungen in der Beurteilung beider Richter aufgetreten sind und warnt in einem solchen Fall, damit die Richter sich zur Überprüfung noch einmal zusammen das Alpaka ansehen können. So werden Fehleinträge u.ä. vermieden.<br />
<strong>Anschließend untersucht der Tierarzt das Alpaka</strong>, nimmt die Mundschleimhautprobe und trägt ebenfalls seine Befunde direkt ein.</p>
<p><a href="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2012/01/web20-30-EM2_13421.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2290" title="web20-30-EM2_13421" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2012/01/web20-30-EM2_13421.jpg" alt="" width="259" height="173" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sollte einer der 3 Beurteilenden einen Grund für einen Ausschluss aus dem Herdbuch finden, müssen alle drei das Alpaka noch einmal ansehen und bestätigen, dass sie alle drei ein Ausschlusskriterium gefunden haben. Glücklicherweise kommt das sehr selten vor.<br />
Häufiger ist es, dass die Zähne noch im Wechsel sind und deshalb nicht sofort und abschließend beurteilt werden können. In einem solchen Fall muss der Besitzer des Alpakas zu einem späteren Zeitpunkt eine Bestätigung seines Tierarztes bringen, dass die Zähne jetzt vollständig und korrekt sind. Erst dann kann dieses Alpaka in das Herdbuch eingetragen werden.<br />
<strong>Als letztes wird das Alpaka gemessen und gewogen und natürlich wird auch die Faser entnommen:</strong><br />
Weil wir alle uns wünschen und darauf hin züchten, dass unsere Alpakas eine Faser haben, die möglichst über den ganzen Körper sehr gleichmäßig und gut ist, werden <strong>an drei Körperstellen</strong> Faserproben genommen:<br />
In der Mitte des Blanketts, über der Mitte des Schulterblatts (also am vorderen Rand des Blanketts) und über der Mitte des Oberschenkelknochens (entsprechend dem hinteren Rand des Blanketts).<br />
Alle drei Faserproben werden sofort fest verschlossen. Von den Ergebnissen der Analyse wird später für die Beurteilung das schlechteste Ergebnis verworfen, die Werte der verbleibenden beiden Proben werden gemittelt und dieser Mittelwert mit Punkten bewertet jeweils für Feinheit (Micron), Gleichmäßigkeit (SD), Prozentanteil von Fasern über 30. Die Curvature wird ebenfalls gemessen, aber derzeit noch nicht bewertet.<br />
Für eventuelle Nachmessungen verbleibt eine zusätzliche vierte Probe als Rückstellprobe beim Verein.</p>
<p>Für die Analyse schickt der AAeV die Fasern an <strong>ein I.W.T.O.-zertifiziertes Labor in Australien</strong>.<br />
In diesem Labor werden die Werte anschließend, wie in der faserverarbeitenden Industrie üblich und notwendig (und für diese züchten wir ja unsere Alpakas), an der gesamten Länge der Faser ermittelt, also die Werte des gesamten vergangenen Jahres gemessen. Dazu werden 2-mm-Schnipsel geschnitten (Minicoring), die alle mit einem Laser gemessen werden. Damit lässt sich ein Manipulieren der Faser durch Hungern des Alpakas verhindern: wenn man ein Alpaka nämlich nur für 4 Wochen „mager“ ernährt, ändert sich noch nicht erkennbar der Ernährungszustand, aber der zuletzt gewachsene Teil der Faser ist wesentlich feiner als zuvor (die Schwankungen können durchaus 8-10 Micron ausmachen!). Bei vielen in Deutschland üblichen Messverfahren wird nur an dieser zuletzt gewachsenen Schnittstelle gemessen. Das öffnet in unseren Augen „Manipulierern“ Tor und Tür und wird vom AAeV beim Herdbuchscreening durch diese andere Messmethode verhindert.</p>
<p><strong>Nach dem Durchlaufen der 4 Stationen ist das Alpaka „entlassen“.</strong><br />
Jetzt werden alle Daten noch einmal überprüft, nachgesehen, ob alle Einträge vollständig sind und keine „Unstimmigkeiten“ aufgetreten sind (z.B. ein Beurteiler ein Ausschlusskriterium eingetragen, aber nicht mit den anderen beiden besprochen hat). Zu diesem Zeitpunkt kann der Besitzer des Alpakas die Beurteilung des Körperbaus, der Bewollung und der subjektiven Faserbeurteilung sofort in Form einer Punktzahl erfahren.</p>
<p><a href="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2012/01/web20-30-450DA_8553.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2291" title="web20-30-450DA_8553" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2012/01/web20-30-450DA_8553.jpg" alt="" width="259" height="173" /></a></p>
<p>Da die Faserproben nach dem Screening noch verschickt werden und die Analyse mindestens 6 Wochen benötigt, kann die endgültige Vergabe der Punktzahl erst nach Eintreffen und Auswertung der Faser an den Besitzer weitergegeben werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Seit 2008 werden für die 3 besten Alpakas eines Herdbuchsscreenings sowie für das Alpaka mit der besten Faser und das mit dem besten Körperbau jeweils besondere Preise vergeben, die auf der darauffolgenden Jahreshauptversammlung der AAeV überreicht werden.<br />
Alle Ergebnisse der Herdbuchscreenings werden für AAeV-Mitglieder einsehbar auf der Homepage der AAeV eingestellt. Damit können Züchter eine Vorstellung von der Qualität eines Zuchttieres bekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie können die Punkte des AAeV-Herdbuchscreenings mit anderen Herdbüchern verglichen werden?</strong><br />
Das ist glücklicherweise sehr einfach, weil wir bei der Errichtung des Herdbuchs neben Bewertungssystemen anerkannter internationaler Profizüchter auch das ARI-System der AOBA, der amerikanischen Alpakazüchtervereinigung mit eingepflegt haben. Da dieses System dem des AZVDs sehr ähnelt, lassen sich die Punktzahlen sehr leicht „umrechnen“:<br />
<strong>Ein Alpaka der Klasse A</strong> muss im ARI- oder AZVD-System mindestens 80 Punkte erreichen, die Maximalzahl sind 100 Punkte (in seltenen Fällen können zusätzliche 5 Punkte für extrem gute Bewollung hinzukommen).<br />
Diese Klasse A entspricht im AAeV-System dem <strong>Bereich zwischen 400 und 500 Punkten</strong>.<br />
Also entspricht jeweils ein Punkt im ARI- oder AZVD-System 5 Punkten im AAeV-System (z.B.85 Punkte ca. 425 Punkten, 90 Punkte 450 Punkten, 96 Punkte 480 Punkten).<br />
Allerdings gibt es <strong>bei der AAeV keine Obergrenze</strong> für die objektiven Faserwerte. So kann ein Alpaka, das vielleicht einmal mit nur 10 Micron in das Herdbuchscreening kommt, deutlich unterschieden werden von einem mit 13 Micron oder einem mit 15 Micron. Im ARI- oder AZCD-System würden alle diese Tiere die gleiche Punktzahl bekommen, der Züchter könnte die Qualitätsunterschiede also nicht dokumentiert bekommen.<br />
Beim Herdbuchsystem der AAeV können deutlich mehr als 500 Punkte ausschließlich durch sehr gute Faser erworben werden, der Rekord liegt derzeit bei 549 Punkten!<br />
<strong>Alpakas der Klasse B</strong> (noch als Zuchttiere anerkannt mit 70-79 Punkten) entsprechen in der AAeV dem Bereich <strong>zwischen 350 und 400 Punkten</strong> und sind auch in der AAeV als Herdbuchtiere eingetragen.<br />
Allerdings „verbieten“ wir in der AAeV keinem Züchter, auch mit Tieren außerhalb des Herdbuchs zu züchten, denn die Zucht muss in der Eigenverantwortung der Besitzer bleiben. Nachkommen solcher Alpakas, die nicht im Herdbuch sind, können also jederzeit an Herdbuchprüfungen teilnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dieses System hat unseres Erachtens nur einen Nachteil: es bewertet das Alpaka selbst, aber nicht seinen Zuchtwert, sein genetisches Potential.</strong><br />
Um dieses Manko auszugleichen, haben wir schon von Anfang an neben dem Herdbuchsystem ein weiteres System etabliert:<br />
<strong>das Stut- und Hengstbuch der AAeV.</strong><br />
Hier können Alpakas hineinkommen über die nachgewiesene Qualität ihrer Nachkommen.<br />
Wie geht das vor sich?</p>
<p>Wenn ein Hengst Nachkommen hat, die den Eintritt in das Herdbuch geschafft haben, bekommt er für jeden dieser Nachkommen, Kinder wie Enkel, Punkte zugewiesen (das gleiche gilt natürlich auch für Stuten).<br />
Bei einer ausreichenden Punktzahl erfolgt automatisch der Eintrag auf der Homepage der AAeV.</p>
<p>Auf diese Art können auch Alpakas in ihrem Zuchtwert bestätigt werden, die z.B. schon verstorben sind oder aus (meist gesundheitlichen) anderen Gründen nicht am Herdbuchscreening selbst teilnehmen konnten.<br />
Wir hoffen, dass sich so über die Jahre besonders erfolgreiche Zuchtlinien herauskristallisieren. Dafür ist es natürlich für jeden Züchter wichtig, dass möglichst viele seiner gezüchteten Nachkommen ein Herdbuchscreening durchlaufen.<br />
Es ist außerdem für jeden Besitzer von Zuchttieren eine optimale Chance zu dokumentieren, dass er auf hohem Niveau züchtet. Denn seien wir mal ehrlich: es gibt sehr viele Alpakabesitzer, zu viele vielleicht, die behaupten, Qualität zu züchten, den Nachweis aber aus gutem Grund schuldig bleiben.</p>
<p>Und <strong>auf einer Show vorne zu liegen, ist deutlich weniger aussagefähig</strong>:</p>
<p>- es ist ja nur 1 Richter da, der Vorlieben hat und bestimmte Eigenschaften oder einen bestimmten Typ mag oder nicht mag.</p>
<p>- das Alpaka ist sehr gestresst durch die Reise,</p>
<p>- die &#8220;Konkurrenz&#8221; ist groß oder klein, gut oder schlecht.</p>
<p>Alles Dinge, die die Ergebnisse einer Show sehr stark relativieren und für die Entscheidung über den Zuchtwert keine belastbare Aussage ergeben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Aabach-Farm hat in den vergangenen Jahren so viele ihrer Alpakas am Herdbuchscreening teilnehmen lassen, dass wir mittlerweile den größten Bestand an Herdbuchtieren im Herdbuch der AAeV besitzen, auch schon einige unserer Zuchttiere im Stut- und Hengstbuch zu finden sind. Das ist uns sehr wichtig, denn so können wir dokumentieren, dass wir mit geprüfter und somit sicherer Qualität züchten.<br />
Ich hoffe, dass möglichst viele Interessenten unsere Einladung wahrnehmen und sich an einem der Standorte des nächsten Herdbuchscreenings ein eigenes Bild machen werden. Sie sind herzlich eingeladen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Angelika Freitag</p>
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		<item>
		<title>Die Bedeutung der Curvature als wichtigster Parameter</title>
		<link>http://www.aabach-farm.de/2011/08/14/die-bedeutung-der-curvature-als-wichtigster-parameter/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 10:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[aabach-farm]]></category>
		<category><![CDATA[Die Alpakafaser - das Vlies der Götter]]></category>
		<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bedeutung der Curvature – der wohl wichtigste Parameter, um die Qualität unserer Alpakafaser zu beurteilen! Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221; im August 2011; im Anschluss habe ich einige Bemerkungen angefügt, die das Thema noch vertiefen. Außerdem habe ich eine Zusammenfassung unserer aktuellen Faserergebnisse 2011 angefügt. Hier zunächst der Original-Artikel: Diese Überschrift [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<strong>Die Bedeutung der Curvature – der wohl wichtigste Parameter, um die Qualität unserer Alpakafaser zu beurteilen!</strong></p>
<p>Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221; im August 2011;<strong> im Anschluss habe ich einige Bemerkungen angefügt</strong>, die das Thema noch vertiefen. <strong>Außerdem habe ich eine Zusammenfassung unserer aktuellen Faserergebnisse 2011 angefügt. </strong></p>
<p><strong>Hier zunächst der Original-Artikel:</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Diese Überschrift habe ich bewusst deutlich formuliert. Ich möchte hier die Ergebnisse weitreichender Literaturrecherchen sowie meine eigenen Erfahrungen mit der hochwertigen Verarbeitung der Alpakafaser in Bezug zur Curvature  bringen.</p>
<p>Zunächst möchte ich aber den Begriff „Curvature“ (Übersetzt „Krümmung“) in der Anwendung bei Faseranalysen erklären:</p>
<p><span id="more-1564"></span></p>
<p>Zur Messung wird die Faser in 2-mm-große Stückchen geschnitten, auf einem solchen Faserschnipsel werden 2 Linien senkrecht zur Faser gebildet, deren Winkel zueinander in Grad gemessen werden (Abstand der Linien voneinander auf der Faser 200 Micron):</p>
<p>Bild 1</p>
<div id="attachment_1565" class="wp-caption aligncenter" style="width: 128px"><img class="size-full wp-image-1565 " title="Messung Curvature" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2011/08/Messung-Curvature.jpg" alt="Der Winkel eines 2 Millimeter langen Faserstücks wird gemessen" width="118" height="132" /><p class="wp-caption-text">Der Winkel eines 2 Millimeter langen Faserstücks wird gemessen</p></div>
<p>Diese Winkel werden mit dem Wert 5 multipliziert und dadurch von Grad pro 200 Micrometer umgerechnet  in Grad pro mm (deg/mm).</p>
<p>Alle gemessenen Winkel werden gemittelt und dieser Mittelwert gibt den durchschnittlichen Grad der Krümmung einer Faser an.</p>
<p>Bei der Messung der Curvature gibt es einige Besonderheiten, die die Ergebnisse sehr beeinflussen.</p>
<p>Zunächst eine Erklärung vorab:</p>
<p>Die Krümmung einer Faser wird hervorgerufen durch die in der Faser unterschiedlich aufgebauten Proteinstrukturen: ähnlich einem Bimetall sind härtere und weichere Stränge in der Faser parallel zueinander angeordnet. Diese unterschiedlichen Strukturen von unterschiedlicher Festigkeit „zwängen“ die Faser in eine bestimmte Form. Als Proteine sind sie veränderbar durch die Umgebung.</p>
<div id="attachment_1579" class="wp-caption aligncenter" style="width: 234px"><img class="size-full wp-image-1579" title="Bild Faseraufbau2" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild-Faseraufbau2.jpg" alt="Bild Faseraufbau2" width="224" height="308" /><p class="wp-caption-text">Dunkler sind die festeren Proteinstränge dargestellt, heller die weicheren. Duch Mischung und Drehung innerhalb der Faser entsteht die Kräuselung</p></div>
<p style="text-align: center;">Bild 2:</p>
<p><strong>Dadurch ergibt sich</strong>, dass z.B. eine Änderung der Temperatur und der Feuchtigkeit Einfluss auf die Krümmung haben, denn die Proteine vergrößern bzw. verkleinern sich bei Schwankungen von beidem (Viscoelastizität).</p>
<p>Das macht es erforderlich, dass Messungen, um vergleichbare Ergebnisse zu liefern, unter genormten Bedingungen durchgeführt werden müssen, das heißt: eine festgelegte, immer gleiche Feuchtigkeit der Luft und eine gleiche Umgebungstemperatur.</p>
<p>Es  gibt es 2 unterschiedliche Techniken für die Untersuchung der Curvature in Luft:</p>
<p>Die <strong>Airflowmethode</strong> presst Luft durch die Fasern und misst den Widerstand. Man kann sich leicht vorstellen, dass dieser Druck die Faser „belastet“ (vereinfacht gesagt: „platt drückt“) und dadurch die Curvature beeinflusst und verändert.</p>
<p>Aus diesem Grund wird zunehmend häufiger mit der <strong>OFDA-Methode</strong> gemessen: die Schnipsel werden zwischen 2 Glasscheiben gelegt und dann wird die Messung mit einem Laser durchgeführt.</p>
<p>Allerdings wird hier ebenfalls Druck (nämlich durch die Glasplatten) auf die Faser ausgeübt, wenn auch der Einfluss gleichmäßiger ist und die Ergebnisse somit zuverlässiger.</p>
<p>Die derzeit am häufigsten verwendete Methode für die Messung der Curvature ist aber die <strong>Sirolan-Lasermessung</strong>: in einer Flüssigkeit werden die Faserschnipsel frei fließend an einem Laserstrahl vorbeigespült und dabei wird gemessen. Hier wird kein Druck auf die Faser ausgeübt, weshalb bei dieser Messmethode die höchsten Werte gemessen werden. (Nach diesem System werden die offiziellen Messungen der AAeV durchgeführt)</p>
<p>Nach den obigen Ausführungen ist verständlich, dass die Zusammensetzung der Flüssigkeit die Proteine und ihre Viskoelastizität und damit die Krümmung beeinflusst. Aus diesem Grunde ist es notwendig, Messungen immer unter den gleichen Bedingungen, somit nicht nur unter der gleichen Temperatur durchzuführen, sondern auch die gleiche Testflüssigkeit zu verwenden.</p>
<p>Zur Bestimmung der Curvature hat sich dieses Verfahren weltweit vor allem in der faserverarbeitenden Industrie durchgesetzt, weil die Reproduzierbarkeit noch am höchsten ist.</p>
<p><strong>V.E. Fish (1999/2000)</strong> und auf seinen Daten und eigenen Untersuchungen aufbauend <strong>Cameron Holt (2006)</strong> haben den Unterschied der OFDA- und der Sirolan-Meßmethode genau untersucht: sie differieren um einen Wert von etwa 15, d.h.: hat ein Alpaka mit Sirolan eine Curvature von 60 deg/mm,  so ist der Wert, mit OFDA gemessen, ca. 45 deg/mm.</p>
<p>Das führt natürlich dazu, dass man, um Werte vergleichen zu können, entweder immer die Messmethode angibt oder am einfachsten: immer die gleiche Messmethode anwendet.</p>
<p>Damit ist es bei der Curvature genauso wie bei der Temperatur: wir können sie in Celcius messen oder in Fahrenheit und bekommen unterschiedliche Ergebnisse – die Temperatur ist dennoch die gleiche. Gibt man Temperaturen aber immer in Celcius an, gibt es keine Probleme mit der Vergleichbarkeit der Temperaturmessungen.</p>
<p><strong>Warum aber ist Curvature überhaupt wichtig, wer braucht sie?</strong></p>
<p>Zuallererst die faserverarbeitende Industrie: da die Curvature quasi die Elastizität und Sprungkraft einer Faser angibt, kann damit z.B. abgeschätzt werden, ob ein Pullover aus einer Faser eher oder später ausleiern wird, ob ein Oberbett mehr oder weniger Bauschfähigkeit aufweisen wird, auch nach Jahren. Er gibt also in hohem Maße Aufschluss über die Qualität des Produkts.</p>
<p>Weil außerdem die Curvature neben der Feinheit die einzige Fasereigenschaft ist , die vom Alpaka bis zum Endprodukt, z.B. zum Pullover, in allen Produktionsschritten immer messbar und unverändert ist, ist sie neben der Feinheit das zuverlässigste Qualitätskriterium für alle Arbeitsschritte.</p>
<p><strong>Und warum bräuchte man eigentlich nicht einmal mehr die Feinheit zur Beurteilung unserer Alpakas, wenn man die Curvature hat?</strong></p>
<p><strong>Schon V.E. Fish</strong> hat in seinen umfangreichen Untersuchungen (veröffentlicht 1999/2000) einen eindeutigen und direkten Zusammenhang zwischen Curvature und Feinheit nachgewiesen. Dieser Zusammenhang war umso deutlicher, je gleichmäßiger die Faser war.</p>
<p>In späteren Jahren hat Cameron Holt diese Untersuchungen noch einmal an über 5000 Alpakafaserproben wiederholt und diese Zusammenhänge eindeutig bestätigen können (2006 und später).</p>
<p>Jeder, der sehr feine Alpakafaser in Händen gehalten hat, weiß, dass sich eine feine Faser leichter biegen kann. Wenn dann diese Veranlagung zur Krümmung durch einen bestimmten Proteinaufbau auch noch genetisch verankert wird, ist es klar, dass dieses Biegen besonders einfach möglich ist, wenn die Faser sehr fein ist.</p>
<p><strong>Natürlich gibt es einen eindeutigen genetischen Einfluss bei der Curvature,  gibt es noch andere Einflüsse?</strong></p>
<p>Wer einen Hund besitzt, kennt dieses Beispiel sicher: fällt dem Besitzer auf, dass sein Hund zunehmend ein struppiges Fell hat, wird er meist sofort eine Wurmkur durchführen und dem Hund z.B. öfter oder sogar täglich ein Ei über das Futter geben. Nach wenigen Wochen wird das Fell seines Hundes (sofern er nicht ernsthaft erkrankt ist) wieder beginnen zu glänzen und weicher zu werden.</p>
<p><strong>Was ist hier passiert?</strong> Das Entfernen von Schmarotzern führt unter anderem dazu, dass Wertstoffe aus der Nahrung besser aufgenommen werden. Besonders im Eigelb sind sehr viele Wertstoffe enthalten, unter anderem Öle und Fette, aber auch Vitamine und Proteine, die in die Haarfaser eingebaut werden.</p>
<p>Aus diesem Beispiel lässt sich leicht absehen, dass es natürlich möglich ist, die Faserqualität und damit auch die Curvature eines Alpakas durch eine besonders gesunde Ernährung positiv zu beeinflussen.</p>
<p>Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass eine Steigerung der Curvature um 10 bis 15 deg/mm gegenüber den Vorjahren möglich ist (und das, obwohl das Alpaka inzwischen ein Jahr älter geworden ist). Natürlich ist dieser Effekt meist kombiniert mit einer Stagnation der Feinheit, in seltenen Fällen wird sie sogar niedriger.</p>
<p>Das sollte jeder Alpakabesitzer berücksichtigen, denn wenn er aus seiner Faser etwas so hochwertiges wie Garn machen lassen möchte, muss er sich damit abfinden, dass die Curvature-Werte unserer Alpakas eigentlich keine Herstellung hochwertiger Garne ermöglichen: bei vielen Alpakas liegen die Werte zwischen 40 und 50 (für ein optimale und feine Garne werden Werte von 90-110 empfohlen!).</p>
<p>Nur wenige Alpakas haben Werte über 60 oder gar höher, sie sind aber möglich, was ich leicht belegen kann.</p>
<p><strong>Warum aber ist Curvature dann bisher so selten ein Argument für Qualität in der Bewertung von Alpakas? </strong></p>
<p><strong>Zum einen</strong> spielen sicher die oben beschriebenen unterschiedlichen Messwerte bei unterschiedlichen Messmethoden eine Rolle: wenn ein Besitzer nicht weiß, welche Methode von seinem Labor angewendet wird, wird er sich bei Ergebnissen unterschiedlicher Labore über die starken Abweichungen nicht nur wundern, er wird die Werte zuletzt ignorieren.</p>
<p><strong>Ein zweites Argument ist</strong>, dass uns Menschen eine Möglichkeit zur Wahrnehmung von Curvature fehlt: wir können einen Crimp sehen, vor allem: je stärker, desto besser (sogenannter „bold crimp“). Aber die Curvature ist mit ansteigendem Wert immer schwieriger zu erkennen: eine Curvature von 80 ist nur noch sehr schwer als Crimp zu erfassen und Alpakas mit solch hohen Werten werden deshalb meist weniger gut vor allem auf Shows bewertet (leider ist es so: je stärker der Crimp [„bold crimp“], desto geringer die Curvature).</p>
<div id="attachment_1667" class="wp-caption alignleft" style="width: 356px"><img class="size-full wp-image-1667 " title="web450DA_6450a" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/10/web450DA_6450a.jpg" alt="web450DA_6450a" width="346" height="269" /><p class="wp-caption-text">Ein gutes Beispiel für eines unserer Vliese mit einer Curvature von über 70</p></div>
<p>Wenn wir aber Ernst machen wollen mit der Zielsetzung, Alpakas wegen ihrer außergewöhnlichen Faser zu züchten und hier die Nutzung zu hochwertigen Produkten erreichen und in den Vordergrund stellen wollen, müssen wir der Curvature  unbedingt in unserer Zuchtbewertung den ihr zustehenden ersten Platz zuweisen und sie nicht, wie bisher, ein Schattendasein fristen lassen.</p>
<p>Angelika Freitag</p>
<p>Aabach-Farm</p>
<p>Ladbergen</p>
<p><a href="../">www.aabach-farm.de</a></p>
<p>Zeichnungen von Angelika Freitag</p>
<p>Literatur kann gerne beim Verfasser angefordert werden</p>
<p>.</p>
<p><strong>Anmerkungen zu diesem Artikel:</strong></p>
<p>Es ist bemerkenswert, dass der Curvature bisher <strong>in keinem Bewertungssystem </strong>eine Bedeutung oder gar eine Bewertung zugemessen wird, und dass obwohl sie für die Weiterverarbeitung zu Garn für die Spinnereien eine ganz wesentliche Rolle spielt und bei Fasern anderer tierischer, aber auch chemischer Herkunft als so bedeutsam gilt .</p>
<p><strong>Woran mag das liegen?</strong></p>
<p>Ich vermute, dass ein wichtiger Grund unser <strong>menschliches Seh(un-)vermögen</strong> darstellt, wie ich es auf der Jahreshauptversammlung der AAeV während des Vlies-Workshops wieder erleben konnte: wir neigen dazu, einen deutlich erkennbaren Crimp mit gut erkennbarer Parallelität der Fasern höher zu bewerten und haben Probleme damit, feinere Bündel von feineren Fasern mit weniger deutlicher, weil feinerer Krümmung als höherwertig anzuerkennen. Das mag daran liegen, dass letztere einfach schlechter erkennbar sind.</p>
<div id="attachment_1666" class="wp-caption alignleft" style="width: 402px"><img class="size-full wp-image-1666" title="web450DA_6455a" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/10/web450DA_6455a.jpg" alt="web450DA_6455a" width="392" height="479" /><p class="wp-caption-text">Ein weiteres Beispiel für eines unserer Vliese mit einer Curvature über 70: die Kräuselung ist so fein, dass sie tatsächlich schlecht zu erkennen ist.</p></div>
<p>Es liegt zum größeren Teil aber meines Erachtens an der <strong>historischen Tatsache</strong>, dass uns Züchter seit vielen Jahren erzählt wurde und leider gelegentlich noch wird, dass wir den deutlichen Crimp höher zu bewerten haben.</p>
<p>Nur diejenigen Züchter, die weltweit bereits selbst Faser verarbeiten, haben schon vor Jahren erkannt, dass dieser Crimp nicht geeignet ist für die Herstellung hochwertiger Garne, allenfalls für die Produktion von Betten und grober &#8220;Sockenwolle&#8221;.</p>
<p>Dafür züchten wir aber nicht so herrliche Tiere. Schließlich behaupten wir, dass diese Tiere so wertvoll sind, weil aus ihrer Faser Luxusprodukte hergestellt werden (können): <strong>aber nicht aus Faser mit einer Curvature von 50 und niedriger!</strong></p>
<p>Wer bei dem heutigen Kenntnisstand immer noch von Crimp statt Curvature redet, tut dies häufig, um davon abzulenken, dass seine Tiere diesen wichtigen Parameter nicht aufweisen. Leider wurde gerade im australischen Raum viel zu lange hierauf gezüchtet, man übernahm zu viele für die Schafzucht typische Kriterien wie das SRS-System (um über mehr Dichte mehr Fasern pro Tier zu erzielen) und auf die Zucht längerer Faser (ohne zu wissen, dass die maschinelle Verspinnung von Fasern über 10 cm erhebliche Probleme bereitet!), statt die Produzenten zu fragen, welche Faser sie denn für die Herstellung hochwertiger Kleidungsstücke benötigen.</p>
<p>Das ist sicherlich ein gewichtiger Grund für die starke Spaltung in der australischen Alpakazucht, die schon zu erheblichen Preiseinbrüchen bei den dortigen Alpakas geführt hat: es gibt einige wenige, die mit den &#8220;richtigen&#8221; Alpakas und damit der geeigneten Faser bereits herrliche Dinge herstellen, und den großen Markt derer, die &#8220;schafähnliche&#8221; Alpakas mit hauptsächlich viel, aber nicht optimaler Faser produzieren.</p>
<p>Selbst Cameron Holt, der ja als einer der weltweit renommiertesten Alpakafaserspezialisten gilt, hat noch im vergangenen Jahr auf einer großen Vliesshow in Großbritannien zu Siegern und Champions Vliese benotet, die nach seiner eigenen Beurteilung zwar nicht fein waren, aber einen sehr guten (weil deutlichen) Crimp und viel Gewicht aufwiesen, er erwähnt in der Bewertung sogar ausdrücklich, dass ihm das Gewicht über die Feinheit gingen.</p>
<p><strong>Was nützt mir aber</strong> ein schweres Vlies mit hoher Micronzahl (dicke Faser ist nun einmal auch deutlich schwerer!), wenn ich damit kein Garn (oder nur schlechtes) herstellen kann? Wenn ich einen Luxuspullover feinster Faser und Machart verkaufen möchte (und das kann man sehr gut), dann interessiert den Kunden nicht, ob man von diesem Alpaka, das dafür die Faser gegeben hat, nur einen oder mehrere Pullover herstellen konnte. Ihn interessiert nur die hoffentlich optimale Qualität dieses einen Pullovers. Und für optimale Qualität ist er gerne bereit, einen deutlich höheren Preis zu erstatten.</p>
<p>Für 100g dieses hochwertigsten Garnes bekomme ich am Ende also einen wesentlich höheren &#8220;Gewinn&#8221; als für ein Kilo des Garns, das aus einem solchen Champion von z.B. Cameron Holt gewonnen wurde.</p>
<p>Das bedeutet natürlich für jeden, der Alpakas züchten möchte, dass er sich entscheiden muss, welches seine Zuchtziele sein sollen.</p>
<p>Derzeit besteht noch ein großer Markt für (auch importierte) Alpakas mit dem &#8220;bold crimp&#8221;, der deutlicheren und erkennbaren Kräuselung, es wird mit der Dichte und den hohen Vliesgewichten geworben. Und es werden Faserwerte gemessen mit Methoden, die möglichst &#8220;gute&#8221; Werte zeigen.</p>
<p><strong>Wer ernsthaft an der langjährigen Zucht von Alpakas interessiert ist, </strong>sollte sich gut überlegen, wie er langfristig erfolgreich sein und bleiben kann. So wurde in der Benotung der Vliese in Großbritannien die Bedeutung des Gewichts etwas herabgestuft und die der Feinheit herauf. Erfreulicherweise sehen wir also, dass also inzwischen umgedacht wird. Ich hoffe, dass mehr Richter wie Paul Cullen (der keine Verkaufsinteressen vertreten muss) uns weiter mit aller Deutlichkeit darstellen, wohin die Alpakazucht gehen muss, um langfristig erfolgreich zu sein und zu bleiben.</p>
<p>.</p>
<p><strong>Nachsatz:</strong> Inzwischen sind die <strong>Ergebnisse der Faseranalysen</strong> von Riverina eingetroffen: von unseren Alpakas haben mit 53 mehr als die Hälfte aller Tiere eine Curvature über 60, 11 liegen sogar über 70. Weitere 30 liegen immer noch über 55 und nur bei den Suri-Alpakas wurden Curvature-Werte von 50 und niedriger gemessen. Diese Ergebnisse bestätigen wieder, dass unsere Zucht bereits auf bestem Weg zum hochwertigen Fasertier für die Herstellung feinster Garne ist, ja, in einigen Zuchtlinien haben wir das Ziel von 70 Micron bereits erreichen können. Und bei den diesjährigen Fohlen sind wieder einige dabei, die für die Zukunft das Beste erhoffen lassen.</p>
<p>Einige dieser Fohlen werden wir im Frühjahr abgeben, sie können aber jetzt schon ausgewählt werden. Wer also auf dem oben beschriebenen Level züchten möchte, kann bei uns das richtige Alpaka für die Zukunft erwerben.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Eine Maschine erleichtert die Faserreinigung</title>
		<link>http://www.aabach-farm.de/2011/02/20/eine-maschine-erleichtert-die-faserreinigung/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 18:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[aabach-farm]]></category>
		<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Artikel über die selbst entwickelte Maschine für Reinigung der Alpakafaser, veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221; in der Ausgabe Februar 2011 Jedes Jahr fragen sich viele Alpakabesitzer,  wie sie ihre Alpakafaser am sinnvollsten nutzen können. Inzwischen gibt es ja glücklicherweise Möglichkeiten, seine Faser zur Weiterverarbeitung abzugeben. Die meisten dieser Abnehmer verlangen aber neben einer Faseranalyse, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Artikel über die selbst entwickelte Maschine für Reinigung der Alpakafaser, veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221; in der Ausgabe Februar 2011</p>
<p>Jedes Jahr fragen sich viele Alpakabesitzer,  wie sie ihre Alpakafaser am sinnvollsten nutzen können.</p>
<p>Inzwischen gibt es ja glücklicherweise Möglichkeiten, seine Faser zur Weiterverarbeitung abzugeben. Die meisten dieser Abnehmer verlangen aber neben einer Faseranalyse, dass die Faser vorgereinigt ist. (Das ist auch bei uns so.)</p>
<p><span id="more-1427"></span>Um die Faser von Hand soweit vorzureinigen, dass sie zügig und unproblematisch weiterverarbeitet werden kann, braucht man aber leider ziemlich viel Zeit.</p>
<p>Hier liegt gerade für die Besitzer größerer Herden mit mehr als 10 oder sogar 20 Tieren ein erhebliches Problem: Der Zeitaufwand dafür ist erheblich und in finanzieller Hinsicht oft nicht mehr wirtschaftlich.</p>
<p>Große Firmen haben natürlich aufwändige Maschinen, die die Faser waschen und reinigen.  Die sind aber für kleinere Farmen nicht erschwinglich.</p>
<p>Um das zu ändern, haben bereits in vielen Ländern Versuche stattgefunden, einfachere und damit günstigere Maschinen zu entwickeln.</p>
<p>Solche Maschinen kann man schon für 3000,- US-Dollar und aufwärts z.B. in den USA kaufen, allerdings sind das nach Transport und Zoll schon schnell 4000.- Euro und mehr, was sie für den Durchschnitts-Alpakabesitzer unerschwinglich macht.</p>
<p>Das war auch in meinem Fall so, weshalb ich mir nach einigem Grübeln und Tüfteln eine eigene Maschine gebaut habe.</p>
<p>Nun möchte ich nicht behaupten, dass diese Maschine gleich eine Optimalversion geworden ist. Gerade durch den Prozess der Herstellung erkennt man erst, welche Schritte man verbessern kann, auf welche Dinge man Wert legen muss, worauf man verzichten kann.</p>
<p>Ich werde im Folgenden die wesentlichen Bestandteile und Merkmale einer solchen Maschine vorstellen und beschreiben.</p>
<p>Für die, die diese Beschreibung nicht als Bauanleitung verstehen können und wollen, ein Trost: der Metallbaumeister Jan Tegelmann aus Ladbergen hat sich meine Maschine angesehen und als Profi einen erheblich verbesserten Prototyp gebaut, der hier auf den Fotos abgebildet ist.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1428" title="Bild 1" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2011/02/Bild-1.JPG" alt="Bild 1" width="553" height="369" /></p>
<p>Bildunterschrift:  die Maschine im Überblick mit dem Hersteller Jan Tegelmann</p>
<p>Wer also keine Zeit, keine professionelle Ausrüstung oder einfach nicht das „Händchen“ dafür hat, ein solches „Maschinchen“ herzustellen, wird die Faserreinigungsmaschine in Zukunft in der verbesserten, weil professionellen Form dort bestellen können.</p>
<p>Diese Maschine erfüllt meines Erachtens alle Ansprüche, die wir als erforderlich erkannt haben (wir nutzen sie schon seit einigen Monaten mit großem Erfolg), aber sie bietet auch einige angenehme „Extras“:</p>
<p>Es ist wichtig, dass der eigentliche Reinigungsbehälter  aus Edelstahl gefertigt ist, weil Edelstahl  immer glatt bleibt und so die Faser nicht an den winzigen Häkchen hängen bleibt, die verzinkter Stahl leider immer wieder aufweist. Dadurch ist es kein Problem, die Reinigungstrommel von einer Faserfarbe zur nächsten gründlich zu reinigen.</p>
<p>Edelstahl ist außerdem sehr viel robuster und stabiler: auf keinen Fall sollte man die mechanischen Belastungen unterschätzen, die im Dauerbetrieb auftreten. Die unvermeidlichen Schwingungen führen bei anderen Materialien sehr schnell zu Ermüdungs- und Verschleißerscheinungen, die dann einen Neubau oder einen Teilersatz erforderlich machen.</p>
<p>Ein wesentlicher und leider sehr kostenaufwendiger Teil der Maschine ist der Motor:</p>
<p>Er muss hohen Laufbelastungen mit nicht zu unterschätzendem Kraftaufwand (Gewicht der Fasertrommel) gewachsen sein. Außerdem dürfen ihm die leichten Schwingungen im System nichts ausmachen.</p>
<p>Von ganz erheblicher Bedeutung ist außerdem, dass der Motor staubgeschützt ist, denn bei der Reinigung der Faser staubt es erheblich mehr, als man denkt.</p>
<p>Nicht zu vernachlässigen ist außerdem der Sicherheitsaspekt: der Motor und die Kraftübertagung an die Trommel müssen so gesichert sein, dass keine Verletzungen möglich sind (wie z.B. bei Ketten- oder Riemenübertragung u.ä.)!</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1429" title="Seite 2" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2011/02/Seite-2.JPG" alt="Seite 2" width="513" height="765" /></p>
<p>Bildunterschrift: Motor mit Kraftübertragung, Feststeller für die Trommel, Verstellhebel für die Kompressordüsen und große Rollen</p>
<p>Einen ganz wichtigen weiteren Aspekt für die Faserreinigung haben wir nur durch einen glücklichen Zufall entdeckt:</p>
<p>Durch eine zusätzliche Druckluftzufuhr von der Seite (optimal ist ein Winkel von ca. 40-50°) ist die Faser noch gründlicher und schneller sauber als ohne:</p>
<p>Dazu wurde eine Stahlstange mit Auslassdüsen eingebaut (Auslassdüsen in der Richtung verstellbar je nach Notwendigkeit/Windrichtung). Der Besitzer kann hier einen Kompressor eigener Wahl anschließen. Ich empfehle, ihn nicht zu kleinlich zu planen: wir haben einen sehr großen Kompressor mit 10 bar und 750 Liter Luftdurchlass: damit geht es wunderbar!</p>
<p>Für mich sehr angenehm ist die seitliche Höhenverstellung: dadurch kann die Faser in der Trommel während des Drehens und ohne direktes Eingreifen verteilt werden. Auch die großen Räder sind sehr praktisch: weil es im Betrieb sehr staubt, ist es sinnvoll, die Maschine dafür nach draußen zu fahren. Das geht mit hochwertigen Rädern und dem großen Haltegriff sehr einfach.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1430" title="Bild 3" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2011/02/Bild-3.JPG" alt="Bild 3" width="520" height="350" /></p>
<p>Bildunterschrift: Handgriff für den Transport, Höhenverstellung</p>
<p>Wie geht nun die Faserreinigung mit dieser Maschine von statten? Dieser Teil ist der einfachste:</p>
<p>Die möglichst große Einfüllklappe  wird geöffnet, ca. 2-3 Kilogramm Faser in der Trommel verteilt.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1431" title="Bild 4" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2011/02/Bild-4.JPG" alt="Bild 4" width="536" height="360" /></p>
<p>Bildunterschrift: das Innenleben mit den Trennstiften</p>
<p>Der Kompressor wird angeschlossen, der Motor in Gang gesetzt.</p>
<p>Die Trommel wird jetzt gedreht, dabei die Faser von den Lockerungshaken (bewährt hat es sich, 4 Reihen in der Trommel zu verteilen) und vom Kompressor immer wieder innerhalb der Trommel aufgewirbelt und gelockert wird. Dabei werden durch die Maschen des Drahtgeflechts die kurzen Fasern, aber auch Staub, Erde und pflanzliche Bestandteile zur Seite und nach unten entfernt.</p>
<p>Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Dreck sich schon nach 15 Minuten dort findet.</p>
<p>Meist ist die Faser nach dieser kurzen Zeit sauber genug, so dass nur noch eine grobe Kontrolle  erforderlich ist (das ist natürlich sehr von der Vorbereitung der Alpakas vor und während der Schur abhängig).</p>
<p>Ich kann inzwischen etwa 90% meiner Reinigungszeit einsparen und stattdessen für die Weiterverarbeitung verwenden. Deshalb kann ich jedem Alpakabesitzer, der größere Mengen an Faser in jedem Jahr „ernten“ kann, eine solche Anschaffung unbedingt empfehlen.</p>
<p>Dr. Angelika Freitag</p>
<p>Aabach-Farm</p>
<p>Ladbergen</p>
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		<item>
		<title>Tuberkulose &#8211; was ist das?</title>
		<link>http://www.aabach-farm.de/2010/08/07/tuberkulose-was-ist-das/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 14:49:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[aabach-farm]]></category>
		<category><![CDATA[Tuberkulose]]></category>

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		<description><![CDATA[Über Tuberkulose veröffentlicht auf der Homepage der Alpaca Association eV. und in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 7, August 2010 Durch den Ausbruch und die rasche Verbreitung der Tuberkulose bei Alpakas in Großbritannien mit inzwischen leider hunderten verstorbener Alpakas  wurde es auch für uns Alpakazüchter auf dem Kontinent zur Notwendigkeit, sich mit dieser Krankheit zu beschäftigen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Über Tuberkulose</p>
<p>veröffentlicht auf der Homepage der Alpaca Association eV. und in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 7, August 2010</p>
<p>Durch den Ausbruch und die rasche Verbreitung der Tuberkulose bei Alpakas in Großbritannien mit inzwischen leider hunderten verstorbener Alpakas  wurde es auch für uns Alpakazüchter auf dem Kontinent zur Notwendigkeit, sich mit dieser Krankheit zu beschäftigen: Denn leider gibt es derzeit keine zugelassene Möglichkeit, bei importierten Alpakas eine Tuberkuloseerkrankung sicher nachzuweisen oder auszuschließen.</p>
<p><span id="more-1250"></span></p>
<p>Bei der <strong>Tuberkulose </strong>handelt es sich um eine bakterielle, chronische Erkrankung, die durch verschiedene Stämme eines besonderen Bakteriums, dem  Mycobacterium tuberculosis, verursacht wird.</p>
<p><strong>Der Erreger</strong> ist relativ stabil in der Umgebung, d.h. er kann durch Tröpfcheninfektion weitergegeben werden, bleibt aber auch auf Gegenständen und im Boden lange infektiös.</p>
<p>Die 4 Hauptgruppen heißen:</p>
<p>M. tuberculosis (der eigentliche Erreger der klassischen Lungentuberkulose beim Menschen, kommt aber auch bei Tieren vor),</p>
<p>M.  bovis (der Erreger der Rindertuberkulose, macht hier meist Lungensymptome. Er wird aber auch über die Milch erkrankter Kühe übertragen und kann dann neben Lungen- auch Darmtuberkulose auslösen),</p>
<p>M. avium („Mäusetuberkulose“, eigentlich Vogel-TB, befällt natürlich häufig Mäuse, kann aber gerade durch diese sehr weit verbreitet werden. Die Aufnahme erfolgt häufig über verunreinigtes Futter, weshalb die Erkrankung meist im Magendarmtrakt abläuft = Darmtuberkulose; befällt ebenfalls Menschen und Tiere),</p>
<p>M. paratuberculosis  („Johne’s  Disease“, befällt überwiegend das Lymphsystem und den Darmtrakt, wird angeschuldigt, beim Menschen M. Crohn, eine schwere lebenslang-chronische Darmerkrankung mit zu verursachen, ist bei Tieren ebenfalls tödlich und nicht mit den üblichen Tb-Tests zu testen).</p>
<p>Daneben gibt es aber noch einige andere, sehr viel seltenere Mycobacterien, die auch bei Neuweltkameliden schon nachgewiesen wurden.</p>
<p>Alle diese Arten können Untergruppen bilden, die sich über Gentests weiter unterscheiden lassen.</p>
<p><strong>Häufigkeit:</strong> Beim Menschen ist M. tuberculosis die weltweit häufigste Infektionskrankheit überhaupt, seine vielfachen Resistenzen führen leider immer noch zu sehr vielen chronischen Erkrankungen und Todesfällen weltweit.</p>
<p>Bei den Tieren, insbesondere den Neuweltkameliden, ist M. bovis der weitaus häufigste Erreger.</p>
<p><strong>Die Verbreitung </strong> erfolgt meist über Tröpfcheninfektion, so können andere Tiere auch ohne direkten Kontakt infiziert werden. Und weil der Erreger in der Umgebung nicht sofort abstirbt, als sogenanntes „säurefestes“ Stäbchen auch übliche Säuberungen problemlos übersteht, bleibt auch die Umgebung eines infektiösen Tieres lange Zeit noch infektiös.</p>
<p><strong>Die Erkrankung</strong> beginnt meist mit der Aufnahme des Erregers über die Atmung, so dass der erste Kontakt meist in der Lunge stattfindet. Hier werden durch die immunologische Auseinandersetzung knotenähnliche Strukturen gebildet, die Granulome. Bei sehr guter Allgemeinverfassung und geringer Anzahl des Erregers kann es zu einer heftigen Auseinandersetzung mit Zerstörungen innerhalb dieser Knoten kommen („Primärinfektion“), die im günstigsten Fall zu einer Vernichtung des Erregers führt. Die bei dieser Auseinandersetzung ausgelöste „käsige Nekrose“ hinterlässt einen derben Knoten mit tatsächlich käseartig aussehendem Inhalt, bei optimalem Verlauf enthält er keine überlebenden Keime.</p>
<p>Dieser Primärherd ist als Narbe bei vielen Menschen auch radiologisch oft nach vielen Jahren noch nachweisbar.</p>
<p>Bei weniger günstigem Verlauf können in diesem Primärherd aber Keime abgekapselt überleben, die bei späterer Verschlechterung der Allgemeinsituation des Organismus wieder aktiv werden. Beim Menschen wurden solche erneuten Ausbrüche mit schwerer Erkrankung auch nach über 50 Jahren noch beobachtet.</p>
<p>Bei von Anfang an nicht optimalem Verlauf, aber auch bei der beschriebenen späteren Verschlechterung überwindet der Erreger die Barriere des Knotens und breitet sich aus: immer mehr Gewebe wird zerstört, während der Körper versucht, Hüllen darum zu bauen. Das Zentrum dieser „Hüllen“ = Kavernen besteht dann  aus käsig-eitrigem Material, das massenhaft Erreger erhält. Bekommt eine solche Kaverne einen Zugang zu einem Lungenbronchus (bricht praktisch in ihn ein) oder bei einem Befall des Darmes Zugang zum Inneren des Darmes, wird der Erreger über die Luft oder den Darminhalt an die Umgebung und damit andere Lebewesen weitergegeben.</p>
<p>Bei ausgesprochen schnellem Verlauf eines sehr stark geschwächten Menschen oder Tieres kann der Erreger auch über den Blutweg verteilt werden. Dann entstehen überall im Körper die beschriebenen käsigen Knoten und der Betroffene verstirbt sehr schnell unter dem Bild der „galoppierenden Schwindsucht“.</p>
<p><strong>Das klinische Bild eines erkrankten Tieres </strong>ist  zu Beginn völlig unauffällig: es kann je nach Verfassung viele Monate lang völlig normal aussehen.</p>
<p>Diejenigen, die nur eine Primärinfektion durchmachen und überstehen, fallen uns nicht auf, sind auch bei einer Obduktion wahrscheinlich nicht als erkrankt zu erkennen, sie haben die Erkrankung überwunden.</p>
<p>Nur die, die den Erreger nicht schaffen zu überwinden, erkranken nach sehr unterschiedlich langer Zeit, sehr stark abhängend von ihrer Allgemeinverfassung.</p>
<p>Das Erkrankungsbild hängt vom Eintrittsort der Erreger ab: bei Infektion mit Tröpfchen über die Atmung erkrankt zunächst die Lunge: die Tiere beginnen mit Atemwegssymptomen wie Husten und Auswurf, dazu kommt ein allgmeiner Schwächezustand, der sich unaufhaltsam verstärkt und zum Tod führt.</p>
<p>Die Darmtuberkulose zeigt sich fast ausschließlich über die Schwäche, die zum Tod führt, nur selten gibt es Durchfälle oder kolikartige Erkrankungsbilder.</p>
<p><strong>Der sichere Nachweis der Erkrankung</strong> gelingt erst durch die Obduktion. Hier können die verkästen Knoten gefunden werden, der Erreger kann mikroskopisch und in speziellen Kulturen nachgewiesen und dann genau identifiziert werden.</p>
<p>Da sich der Erreger bei dieser Krankheit fast ausschließlich im Knoten aufhält, gibt es wenig messbare Antikörper, so dass die üblichen Bluttests bisher nicht möglich sind.</p>
<p>Seit langer Zeit wird ein für Rinder entwickelter Hauttest mit T. bovis durchgeführt. Von diesem Test gibt es verschiedene Variationen. Alle wurden auch bei Neuweltkameliden getestet und galten zwar als nicht sehr sicher, aber als zuverlässig genug, um bei Importen als Test auszureichen.</p>
<p>Aber M. Fowler beschreibt schon in seiner Ausgabe von 1998 die vorhandenen Tests als unsicher bei Neuweltkameliden (sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Ergebnisse). Seit vielen Jahren wird in Nord- und Südamerika, aber auch in Australien und Großbritannien nach einem sicheren Test bei Neuweltkameliden gesucht, bisher gibt es keinen Fortschritt.</p>
<p><strong>Eine Therapie</strong> gibt es nicht. Zwar ist es theoretisch möglich, die bei Menschen verwendeten Tuberkulosemittel zu geben, aber es bestehen keine Beobachtungen, ob diese sehr teure, aufwändige und unsichere Behandlung zu Erfolgen führt. Es besteht auch keine Möglichkeit zu impfen.</p>
<p><strong>Die Tuberkulose ist in vielen Ländern der Welt bei Menschen und Tieren weit verbreitet. </strong>Nur wenige Länder wie Deutschland und Chile gelten als tuberkulosefrei, in anderen wie USA, Peru, Australien, Neuseeland und Großbritannien hat es immer wieder Fälle bei den unterschiedlichen Nutz- und Wildtierarten gegeben.</p>
<p>Neuweltkameliden galten bisher als wenig davon betroffen, man nahm deshalb an, dass sie vielleicht weniger anfällig dafür seien.</p>
<p>Nun sind aber im vergangenen Jahr in Großbritannien zunehmende Erkrankungsfälle bekannt geworden: nachdem zunächst nur 6 Farmen betroffen waren, ist die Zahl bis zum Ende des vergangenen Jahres auf 17 angestiegen, es wird mit einer noch höheren Dunkelziffer gerechnet. Über 100 Alpakas sollen inzwischen nachgewiesen an Tb verstorben sein, auch in Spanien hat eine Alpakafarm bereits über 30 Tiere daran verloren.</p>
<p>Besonders erschreckend ist, dass sich gezeigt hat, dass die Hauttests nicht zuverlässig erkrankte Tiere nachweisen konnten: auch negativ getestete Tiere mit klinisch völlig unauffälligem Befinden waren bei der Obduktion nicht nur infiziert, sondern sogar schon infektiös.</p>
<p>Das zeigt, dass wir es mit einer neuen, sehr gefährlichen Situation für den gerade aufblühenden Alpakabestand in Europa zu tun  haben, gegen die unbedingt etwas unternommen werden muss.</p>
<p><strong>Leider </strong>hat sich seit dem Erstellen dieses Artikels die Situation noch verschärft, es sind inzwischen wesentlich mehr Alpakas verstorben, als im Winter 2009, als der Artikel geschrieben wurde, bekannt waren.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Magen &#8211; das Kraftwerk des Alpakas</title>
		<link>http://www.aabach-farm.de/2010/08/07/der-magen-das-kraftwerk-des-alpakas/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 14:35:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[aabach-farm]]></category>
		<category><![CDATA[Der Magen - das Kraftwerk des Alpakas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.aabach-farm.de/?p=1242</guid>
		<description><![CDATA[veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 7, August 2010 Der Magen – das Kraftwerk des Alpakas Obwohl Alpakas ihre Nahrung wiederkauen, gehören sie dennoch nicht in die Gruppe der Wiederkäuer. Das liegt daran, dass die „echten“ Wiederkäuer 4 voneinander getrennte Mägen mit unterschiedlichen Aufgaben haben (Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen), die Alpakas aber haben nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 7, August 2010</p>
<p>Der Magen – das Kraftwerk des Alpakas</p>
<p>Obwohl Alpakas ihre Nahrung wiederkauen, gehören sie dennoch nicht in die Gruppe der Wiederkäuer. Das liegt daran, dass die „echten“ Wiederkäuer 4 voneinander getrennte Mägen mit unterschiedlichen Aufgaben haben (Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen), die Alpakas aber haben nur einen großen Magen mit 3 unterschiedlichen Teilen, den Compartimente C1 bis C3, die nicht voneinander getrennt sind und unterschiedliche Aufgaben erfüllen. <span id="more-1242"></span></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1244" title="Magen erw Alpaka" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/08/Magen-erw-Alpaka1-300x234.jpg" alt="Magen erw Alpaka" width="300" height="234" /></p>
<p>Verfolgen wir den Weg der Nahrung, verstehen wir die einzelnen Funktionen dieser Compartimente leichter:</p>
<p>Beim Fressen wird die Nahrung zunächst nur grob vorgekaut, dabei mit basischem Speichel vermengt und dann hinuntergeschluckt. Über die Speiseröhre gelangt sie in den C1-Magen, der am ehesten dem Pansen der „richtigen“ Wiederkäuer entspricht. Dieser macht 80 % des Gesamtvolumens des Magens aus und dient unter anderem auch als Vorratsbehälter.</p>
<p>Die Keime, die sich hier aufhalten, verdauen zusammen mit den Magensäften die Nahrung  einschließlich der Zellulosefasern zu einem großen Teil. Für das Überleben und die gute Funktion dieser Bakterien ist ein pH-Wert von 6-7 (= neutral) in diesem Magenteil unbedingt erforderlich. Weil die gebildeten Säuren schnell in der Lage wären, diesen Wert in Richtung „zu sauer“ zu verschieben, ist eine ausreichende Speichelbildung zur Neutralisierung erforderlich.</p>
<p>In dieser großen „Gärkammer“  des ersten Compartiments findet sich eine große symbiontische Gemeinschaft von über 100 Bakterien, Protozoen (Einzeller) und Pilzen der unterschiedlichsten Art, die zusammen und aufeinander abgestimmt mit ihren Enzymen die Nahrung erst für das Alpaka zugänglich machen. Ohne das reibungslose Arbeiten dieser Keime, unterstützt durch langsame peristaltische Bewegungen, die den Nahrungs-/Keimbrei immer wieder gründlich durchmischen, kann ein Alpaka die Nahrung nicht verdauen.</p>
<p>Aber diese Keime können auch mehr: einige von ihnen sind in der Lage, giftige Substanzen abzubauen und so für das Alpaka zu reduzieren oder gar unschädlich zu machen. Zu diesen in Grenzen abbaubaren Toxinen gehört auch das des Jakobskreuzkrauts.</p>
<p>Beim enzymatischen Um- und Abbau der Nahrung, unterstützt durch Fermente der Drüsen des C1-Magens,  entstehen durch die Keime unter anderem Wärme, Vitamin-B-Komplexe und  weitere Vitamine, vor allem aber wichtige flüchtige Fettsäuren, die im gesamten Magen-Darmtrakt , vor allem im C3-Magen und im Dünndarm, vom Alpaka aufgenommen werden können. Diese können aber schon von hier aus aufgenommen werden und sind ein wesentlicher Energielieferant: deshalb kann man diesen Teil des Magens das „Kraftwerk des Alpakas“ nennen. Auch anfallende Stickstoffe werden zum Einen von den Keimen verwendet, aber auch direkt in der Wand des C1-Magens aufgenommen.</p>
<p>Die Zusammensetzung der Keimflora ist abhängig von der Art der Nahrung und passt sich dieser immer wieder an, braucht dafür aber natürlich immer etwas Zeit. Das heißt, dass starke und rasche Schwankungen der Art der Nahrung das empfindliche Gleichgewicht schnell durcheinander bringen. Im Extremfall kann eine plötzliche Veränderung der Ernährung zum Absterben einzelner Keimarten und so zu einem Zusammenbruch der Stoffwechselkette führen.  Weil praktisch jede ernste Störung als erstes zu einer Übersäuerung im Magen führt, sterben in diesem jetzt zu sauren Milieu immer weitere Keimarten, ab einem gewissen Zeitpunkt kann sich das Gleichgewicht nicht mehr ohne Hilfe einstellen. Dies führt zu einem schnellen Fehlen der wichtigen von den Keimen gebildeten Substanzen (Vitamine, Proteine), vor allem aber der „Energie“ durch die die Fettsäuren. (Nicht Zucker liefert beim Alpaka die Energie, sondern vor allem Propionsäure, Carbonsäuren  und andere Fettsäuren, die direkt von der Magenwand ins Blut aufgenommen werden können!)</p>
<p>Eine weitere Gefährdung stellt stärkehaltige Nahrung aus Getreide dar: weil Stärke von den Magenkeimen sehr schnell abgebaut und der entstehende Zucker von ihnen aufgenommen wird,  dabei unter anderem Milchsäuren entstehen, führt eine solche Ernährung ebenfalls schnell zu einer Magenübersäuerung und damit zu einer Störung der Magenflora. Diese Acidose (=Übersäuerung) führt wieder zu einem raschen Fehlen notwendiger Energieträger, so dass sehr plötzlich die für die Körperfunktionen notwendige  Energie aus anderen Quellen, aus den Ressourcen (Leber, Fettgewebe, Muskel) abgezogen werden muss, was zu einer akuten Übersäuerung im gesamten Stoffwechsel des Tieres, der Ketose oder Ketoacidose führt, die letztlich lebensgefährlich ist.</p>
<p>Die durchschnittliche Verweildauer fester Nahrungsbestandteile im C1-Magen beträgt bis zu 63 Stunden, also 30% mehr als z.B. beim Schaf oder Rind, die flüssigen Bestandteile mit den gelösten Fettsäuren, Proteinen, Vitaminen und Mineralien sind aber schon nach viel kürzerer Zeit in den weiteren Magenabschnitten zu finden.</p>
<p>Diese lange Verweildauer ist der Grund für die deutlich bessere Ausnutzung auch weniger qualitätsvoller Nahrung beim Alpaka im Vergleich zu Schafen oder Rindern.</p>
<p>Während dieser Verweilzeit findet auch das Wiederkäuen statt: die zunächst noch festeren Bestandteile werden durch die peristaltische Aktivität des C1-Magens zum Eingang der Speiseröhre transportiert und hier in kleinen Portionen in die Maulhöhle transportiert, wo sie erneut mit Speichel  durchmischt, so noch einmal abgepuffert  und durch erneutes Kauen gründlicher zerkleinert werden (Vergrößerung der Angriffsfläche für die Keime).</p>
<p>In den Gärprozessen entstehende Gase, meist Kohlendioxid, aber auch andere, werden durch regelmäßiges „Rülpsen“, den Ruktus, abgegeben. Ist das nicht möglich, lähmt die zunehmende Überblähung letztendlich die notwendigen Bewegungen der Magenwand, die Durchmischung kann nicht mehr stattfinden, damit „kippt“ das Gleichgewicht der Keimflora mit allen oben beschriebenen möglichen Folgen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die 1-2 x in der Minute durchlaufenden Bewegungen des C1-Magens im Falle einer Gesundheitsstörung zu überprüfen.</p>
<p>Übrigens führt auch Magnesiummangel durch die dadurch herabgesetzte Peristaltik zu einem zunehmenden Aufgasen des Magens. Weitere mögliche Gründe für Störungen der Keimflora mit zunehmender Acidose und Aufgasen können langdauernde Antibiotikagaben,  Cortisongaben und mechanische Hindernisse im Magen wie Fremdkörper oder Narbenstrikturen nach Geschwüren sein.</p>
<p>Aber auch eine Übersäuerung des Stoffwechsels durch akut auftretenden erhöhten Kalorienbedarf mit folgender Mobilisierung von Fettreserven, wie es z.B. bei Kälteeinbrüchen, zu Beginn der Laktation, bei akutem Nahrungsmangel  oder bei einer akuten Infektion eintritt, führt über die Verschiebung der puffernden Substanzen im Blut zu einer Übersäuerung des Magens, die die auslösenden Störungen in ihrer Bedeutung noch einmal drastisch verschlimmert.</p>
<p>Das anschließende Compartiment  C2 ist wesentlich kleiner (ca. 6% des Magens). Hier werden neutralisierende Substanzen und weitere Enzyme aus den auch hier befindlichen Drüsen zur Aufspaltung dem Nahrungsbrei hinzugefügt und dadurch die jetzt breiig-dickflüssige Nahrung weiter aufgeschlossen. Zwischen C1 und C2 besteht eine weite Öffnung, die Nahrung kann von einem Compartiment zum anderen wechseln.</p>
<p>Nach relativ kurzer Verweildauer in C2 gelangt die Nahrung durch eine deutlich engere Öffnung von ca. Fingerdicke in das C3-Compertiment (ca. 11% des gesamten Magens). Hier  findet durch Zugabe weiterer Säuren und Enzyme die Phase der Verdauung statt, die am ehesten unserem menschlichen Magen ähnelt. Hier können erneut stickstoffhaltige Substanzen, vor allem aber Wasser aufgenommen werden. Bakterien aus dem C1-Magen, die bis hierher gelangen, werden ebenfalls verdaut und ihre Proteine aufgenommen als wichtige Eiweißquelle. Während die ersten 80% dieses Magenteils ähnlich aufgebaute Wände mit ähnlicher Funktion wie C1 und C2 besitzen, ähneln die letzten 20% des C3-Compartiments dem Magen des Menschen und bilden eine starke Salzsäure, so dass der pH-Wert des Nahrungsbreis von vorher 6-7 hier auf einen Wert von 2-3 gebracht wird, bevor er portionsweise durch den Magenpförtner, den ersten richtigen Verschluss seit der Speiseröhre, in den Zwölffingerdarm gelangt.</p>
<p>Die folgenden Darmabschnitte des Dünndarms und Dickdarms dienen der weiteren Aufnahme von Nährstoffen aus dem vorbereiteten Nahrungsbrei.</p>
<p>Die Besonderheiten des Magens beim Fohlen:</p>
<p>Beim Fohlen bildet die Muskulatur des C1- und C2-Compartiments eine Muskellippe, die Magenrinne, die die Milch direkt von der Speiseröhre weiterleitet zum im Vergleich zum erwachsenen Alpaka relativ deutlich größeren C3-Compartiment.</p>
<p>Fohlen haben also eine Verdauung wie z.B. Menschen. Selbst wenn sie Heu oder Gras knabbern oder fressen, können sie es noch nicht verdauen, dieses Verhalten dient aber der Vorbereitung der Funktion der Compartimente C1 und C2.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1245" title="Magen des Fohlens" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/08/Magen-des-Fohlens-300x218.jpg" alt="Magen des Fohlens" width="300" height="218" /></p>
<p>Die Aktivierung der Magenrinne wird durch den Saugakt beim Schlucken der Milch ausgelöst. Fehlt dieser Anreiz  z.B. bei der Ernährung durch eine Magensonde, dann fließt die Milch zuerst in das C1/C2-Compartiment, wo sie zu einer Fehlgärung mit Überblähung dieser Magenteile führt. Die Magensonde sollte also immer lang genug sein und bis in das C3-Compartiment gelegt werden, um diese Komplikation zu vermeiden (kann beim Legen der Sonde daran erkannt werden, dass beim Ansaugen aus der Sonde Milch zurück gezogen werden kann).</p>
<p>Weil eine Acidose (= Übersäuerung) des Magens in den meisten Fällen unter kaum rechtzeitig erkennbaren Symptomen nach wenigen Tagen zum Tod des Tieres führt,  möchte ich noch einige Tipps und die Erklärungen dazu anschließen:</p>
<p>Wie kann ich eine Acidose erkennen?</p>
<p>Sie macht keine besonderen Beschwerden: die Tiere sind müde, lustlos, appetitlos, in späteren Stadien riechen sie sauer aus dem Maul. Einfacher ist es, zu überlegen, ob es einen Grund dafür geben könnte: Nahrungsumstellung, Stress, Geburt eines Fohlens mit Umstellung des Mineralhaushalts durch die plötzliche Milchproduktion oder ähnliches.</p>
<p>Das Hauptproblem ist der zu hohe Säuregehalt im Magen, der zum Absterben der unbedingt notwendigen Keimflora mit den damit verbundenen Konsequenzen (s.o.) führt. Also muss als erstes versucht werden, den PH-Wert umgehend anzuheben. Dafür gibt es aus der Behandlung von Rindern und Schafen probate <strong>Antacida</strong> wie „Antacidum N“. Allerdings müssen sie in wesentlich höherer Dosis als dem vergleichbaren Körpergewicht entsprechend gegeben werden und das ca. alle 4 Stunden über mindestens 24 Stunden (natürlich auch nachts!).</p>
<p>Es sollte darauf geachtet werden, dass dem Antacidum <strong>Propionsäure</strong> zugesetzt ist, dann kann dem Alpaka auf diese Weise Energie zugeführt werden, denn diese kann direkt von der Darmwand aufgenommen werden und ins Blut gelangen. Man kann Propionsäure aber auch in Pulverform bekommen.</p>
<p>Um die Keimflora nach Anheben des PH-Werts schneller wieder in Gang zu bekommen, ist es hilfreich, <strong>frischen Magensaft</strong> eines anderen Alpakas zuzuführen. Da aber der Mageninhalt beim Alpaka immer gemischt ist und damit auch grobe Partikel enthält, ist das sehr schwierig mit einer normalen Magensonde zu bewerkstelligen. Wesentlich einfacher ist es da, den  Pansensaft einer Kuh zu entnehmen und dem Alpaka zu geben.</p>
<p>Die Gabe von Kot ist nicht zu empfehlen, da dieser völlig andere als die im Magen benötigten Keime enthält und deren Ausbreitung im Magen zusätzliche Probleme verursachen kann.</p>
<p>Eine wichtige Folge der Übersäuerung ist die ansteigende Durchlässigkeit der Magenwand für die im Magen vorhandenen Keime. Dies führt zunächst zu einer Magenwandentzündung, kann aber schnell auch zu einer Bakteriämie führen (die Keime gelangen ins Blut). Aus diesem Grund benötigt ein Alpaka in dieser Situation ein <strong>Antibiotikum</strong>.</p>
<p>Der Entzündungsprozess in der  Magenwand und die gestörten Mineralverhältnisse führen außerdem schnell zu einem massiven Eintreten von Wasser aus dem Blutkreislauf in den Magen. Die Folge sind Überdehnung des Magens mit Störung der Peristaltik und Durchfälle bei gleichzeitiger Kreislaufstörung durch den unzureichenden Blutdruck. Aus diesem Grund sollten Alpakas in diesem fortgeschrittenen Stadium eine <strong>Infusion</strong> bekommen, zunächst mit dem die Ketose bremsenden Natriumbicarbonat, später mit Elektrolytlösung .  Vorsicht mit Glukose-Infusionen bei Alpakas: ihr Stoffwechsel kann Glukose schlecht verwerten, die Infusion ruft oft eine Hypokaliämie hervor, die lebensbedrohlich werden kann.</p>
<p>Zum Schluss noch die Antwort auf eine häufig gestellte Frage:</p>
<p>Können Alpakas Magengeschwüre bekommen?</p>
<p>Ja, wie viele andere Tierarten und auch wir Menschen können Alpakas durch Übersäuerung, deren Ursachen sehr vielfältig sein können, Geschwüre in den Magen- und Darmwänden entwickeln. Da sie sehr wenig Symptome zeigen und deshalb selten behandelt werden, heilen solche Geschwüre oft langsam und ungünstig unter Ausbildung von sich stark zusammenziehenden Narben ab, die den Nahrungstransport in der Folgezeit dauerhaft behindern. Es ist übrigens interessant, dass bei solchen Magengeschwüren ähnliche Präparate helfen wie beim Menschen: Antacida, die durch das Maul gegeben werden können, stellen die erste Wahl der Behandlung dar. Sie enthalten säurebindende Stoffe wie Magnesiumoxid, puffern also den pH-Wert schnell ab. Perfekt ist es, wenn sie auch Substanzen enthalten, die schnell Energie zur Verfügung stellen wie Propionsäure (s.o.).</p>
<p>Auch Luzerneheu kann hilfreich sein: es wirkt basisch und puffert so ebenfalls Säuren im Magen ab.</p>
<p>Aber auch Therapieversuche mit intravenös gegebenem Omeprazol waren erfolgreich (oral gegeben zeigte es keinen Effekt).</p>
<p>Abschließend möchte ich jedem Alpakabesitzer raten, sich eine Packung eines Antacidums und Propionsäure  in die Stallapotheke zu legen, damit er im Falle eines Problems schnell genug reagieren kann.</p>
<p>Dr. Angelika Freitag</p>
<p>Aabach-Farm</p>
<p>Lütke Rott 25</p>
<p>49549 Ladbergen</p>
<p>Literaturhinweise beim Verfasser</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Fotographie bei Alpakas</title>
		<link>http://www.aabach-farm.de/2010/02/10/fotographie-bei-alpakas/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 17:06:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fotographie bei Alpakas]]></category>

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		<description><![CDATA[Empfehlung zur Fotographie von Alpakas veröffentlicht im Showkatalog der ersten Frühjahrsschow der Alpaca Association eV. in Ulm 2007. Es ist gar nicht schwer, schöne und aussagefähige Fotos von seinen Alpakas zu machen. Es macht sich aber angenehm bemerkbar, wenn einige Grundvoraussetzungen beim Fotografieren beachtet werden. Vorbereitungen: Auf Fotos (insbesondere bei Porträts) kommen Heu-Reste im Fell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Empfehlung zur Fotographie von Alpakas</strong></p>
<p style="text-align: left;">veröffentlicht im Showkatalog der<strong> </strong>ersten Frühjahrsschow der Alpaca Association eV. in Ulm 2007.</p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p>Es ist gar nicht schwer, schöne und aussagefähige Fotos von seinen Alpakas zu machen.</p>
<p>Es macht sich aber angenehm bemerkbar, wenn einige Grundvoraussetzungen beim Fotografieren beachtet werden. <span id="more-1124"></span></p>
<p><strong>Vorbereitungen:</strong></p>
<p>Auf Fotos (insbesondere bei Porträts) kommen Heu-Reste im Fell der Tiere sehr viel deutlicher und besonders unschön zur Wirkung als man zunächst meinen sollte:</p>
<p>Vermeiden Sie, dass sie sich bei einer gelungenen Aufnahme später an Halmen, Gräsern und ähnlichem stören müssen.</p>
<p>Das Alpaka sollte vor der Aufnahme von diesen befreit werden.</p>
<p>Auf festem Untergrund kommt die Stellung der Krallen deutlicher zur Geltung als auf einer Weide, deshalb achten sie darauf, dass die Krallen korrekt beschnitten sind.</p>
<p><strong>Gutes Licht</strong>, (am schönsten ist das Sonnenlicht des frühen Morgens oder Abends) verbessert den Kontrast des Fotos, die Farben sind klarer und frischer und das Foto hat eine sehr viel positivere Ausstrahlung:</p>
<p>Es lohnt sich also, auf einen entsprechend günstigen Tag für die Fotoaufnahmen zu warten.</p>
<p><strong>Ein Fotoapparat,</strong> der über einen optischen Zoom bzw. Teleobjekt verfügt, ermöglicht dem Betrachter einen größeren Abstand zum Tier. Dadurch gibt es weniger optische Verzerrungen und die Proportionen kommen korrekter zur Darstellung.</p>
<p>Ein weiterer Vorteil ist, dass scheuere Tiere durch den größeren Abstand entspannter wirken.</p>
<p><strong>Ein „ruhiger“ Hintergrund </strong>lenkt immer das Auge des Betrachters auf den Mittelpunkt, in diesem Fall das Alpaka.</p>
<p>Wählen Sie z.B. eine schöne, glatte Weidefläche, deren gleichmäßiges Grün das Alpaka besonders zur Geltung kommen lässt. Viele Bäume, Zäune und Schatten können störend wirken.</p>
<p>Als Alternative kann auch eine gleichmäßige Wandfläche als Hintergrund dienen. Hier sollte aber ein Kontrast zur Farbe des Alpakas bestehen:</p>
<p>Vor einer weißen Wand kommt ein weißes Alpaka genauso wenig zur Geltung wie ein Braunes vor einem braunen Scheunentor.</p>
<p>Ideal ist eine hinter dem Alpaka aufsteigend gleichmäßige Weide mit nicht zu hohem Bewuchs.</p>
<p>Zum Fotografieren eines Tieres sollte man sich <strong>ausreichend Zeit</strong> nehmen, um auf einen günstigen „Ausdruck“, eine schöne Aufstellung usw. warten zu können. Oft sind gerade Alpakas in der ersten halben Stunde noch sehr nervös, das zeigt sich dann auch auf den Fotos.</p>
<p>Bei uns hat sich folgendes Vorgehen bewährt:</p>
<p>Der Fotografierende stellt sich mit der Sonne im Rücken an einer günstigen Stelle der Weide auf (siehe Hintergrund). Zwei Helfer „treiben“ die Alpakas ganz gemächlich im richtigen Abstand vor ihm hin und her. Dabei ergibt sich immer wieder eine günstige Gelegenheit, Tiere auch einzeln zu fotografieren. So sind auch sehr schöne Porträtaufnahmen möglich, weil die neugierigen Alpakas bei ausreichender Ruhe schnell anfangen, den Fotografen interessiert anzusehen. Dann stellen sie die Ohren nach vorne, eine wichtige Vorraussetzung für ein ansprechendes Foto:</p>
<p>Jedes Tier wirkt mit interessiertem, neugierigen, freundlich-gespannten Gesichtsausdruck schöner und einnehmender.</p>
<p>Zusätzliche Hilfe kann hier ein kleiner Stock mit kurzen, bunten Bändern oder Ähnlichem, den der Fotograf gelegentlich einmal kurz hochhält und den die Tiere oft neugierig ansehen (aber bitte nicht erschrecken).</p>
<p>Unsere Alpakas lassen sich besonders leicht fotografieren, wenn unser Hund in der Nähe des Fotografen „herumstrolcht“: er wird immer sehr interessiert beobachtet und die Tiere sehen so in Richtung Kamera.</p>
<p><strong>Jahreszeit:</strong> Die besten Fotos von Alpakas kann man im Frühjahr vor der Scher-Saison machen, wenn das Gras schon wieder grün ist, die Tiere aber noch über ihre volle Bewollung verfügen.</p>
<p>Aber auch im Spätherbst und im Schnee lassen sich oft gelungene Fotoaufnahmen machen. Will man Fotos nach der Schur aufnehmen, sollte man die Tiere besonders gleichmäßig scheren, damit sie nicht so „gerupft“ aussehen.</p>
<p><strong>Fotos am Halfter: </strong>Besteht nicht ausreichend Zeit für entspannte Aufnahmen, kann man die Tiere natürlich auch am Halfter aufstellen oder festhalten und so fotografieren.</p>
<p>Hierbei sollte man natürlich wieder auf hinreichend Licht und einen geeigneten Hintergrund achten. Um optische Verzerrungen zu vermeiden, ist ausreichender Abstand besonders wichtig:</p>
<p>-       der Betrachter sollte mind. 5, besser 10 Meter von dem Tier entfernt sein</p>
<p>-       der Fotograf sollte „in die Hocke“ (herunter) gehen, um sich mit dem Objektiv in Augenhöhe des Tieres, besser sogar in Widerristhöhe des Tieres zu befinden.</p>
<p>Aus dem Blickwinkel von oben (= Augenhöhe des Menschen) nach unten zum Alpaka herunter erscheint der Kopf zu groß und die Beine zu kurz.</p>
<p>Eine ähnliche Verfälschung entsteht, wenn der Betrachter nicht gleich weit zu der Vorhand und der Hinterhand des Tieres steht: der näher liegende Teil des Körpers erscheint höher und größer, der entferntere kleiner und niedriger.</p>
<p>Bei <strong>Porträtaufnahmen</strong> hingegen wirkt das Tier meist hübscher, wenn es nicht direkt von vorne oder von der Seite festhalten wird. Eine leicht schräge Aufnahme aus ausreichend großem Abstand (sonst wirkt die Nase zu groß!) mit aufgestellten Ohren (hat die angenehmste Ausstrahlung) erscheint meist am besten.</p>
<p>Achten sie darauf, dass das Halfter gut sitzt, außerdem wirkt es angenehmer, wenn das Halfter passend zur Farbe des Tieres ausgesucht wird. Lassen sie ihrem Tier auch jetzt Zeit, sich an die Aufnahmesituation zu gewöhnen:</p>
<p>Es wirkt schöner, wenn z.B. die Führleine durchhängt und das Tier auch am Halfter einen aufmerksamen Blick zeigt. Alpakas, die nicht oft aufgehalftert werden, brauchen allerdings meist länger, bis sie entspannt wirken. Das ist auch bei der Beinstellung zu beachten:</p>
<p>Bei Stress stellen die Alpakas die Beine weiter auseinander (um einen sicheren Stand zu behalten). Dies wirkt dann meist stärker X-beinig und sollte vermieden werden. Warten sie ruhig ab; nach einiger Zeit entspannen die Tiere und stellen sich von allein gerade hin.</p>
<p>Der  Lohn für den oben beschriebenen etwas höheren Aufwand sind Fotos, die immer wieder gerne angesehen werden und der Schönheit und Ausstrahlung unserer Alpakas gerecht werden.</p>
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		</item>
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		<title>Grundlagen der Faserbewertung</title>
		<link>http://www.aabach-farm.de/2010/02/03/grundlagen-der-faserbewertung/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 19:55:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen der Faserbewertung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vortrag  zur Bewertung von Alpakafasern, gehalten auf der Jahreshauptversammlung der Alpaca Association eV in Gießen am 24.10.2009 Damit die Messwerte, mit denen wir die Faser bewerten, verstanden werden können, möchte ich zunächst einmal die Messmethoden vorstellen, denn hier gibt es einige entscheidende Unterschiede, die Konsequenzen für die Beurteilung haben. Anschließend gehe ich auf die einzelnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Vortrag  zur Bewertung von Alpakafasern,</p>
<p>gehalten auf der Jahreshauptversammlung der Alpaca Association eV in Gießen am 24.10.2009</p>
<p>Damit die Messwerte, mit denen wir die Faser bewerten, verstanden werden können, möchte ich zunächst einmal die Messmethoden vorstellen, denn hier gibt es einige entscheidende Unterschiede, die Konsequenzen für die Beurteilung haben.</p>
<p>Anschließend gehe ich auf die einzelnen Messparameter ein und beschreibe Sie genauer.</p>
<p><span id="more-1100"></span></p>
<p>Den Abschluss soll eine Beurteilung bilden: was bringen mir die Messergebnisse, welche Konsequenzen hat das für die Nutzung der Faser und die Beurteilung des Zuchtwertes meiner Alpakas (verkürzt: „wofür ist die Fasermessung gut“).</p>
<p>Um in der Vielzahl der möglichen Messtechniken den Überblick nicht zu verlieren, empfiehlt es sich, die Auswahl zu reduzieren auf die Verfahren, die von der</p>
<p>IWTO = International Wool Testing Organisation und der</p>
<p>American Society for Testing and Materials (ASTM) sowie der Australian Wool Testing Authority Ltd. (AWTA) anerkannt sind.</p>
<p>Zunächst einmal beschreibe ich die nach diesen Kriterien derzeit gängigen Messverfahren.</p>
<p>Das älteste noch durchgeführte und anerkannte Verfahren sind das</p>
<p>Auflichtmikroskop und die Airflow-Messung.</p>
<p>Beide beruhen auf der Veränderung, die ein Lichtstrahl bzw. ein Luftstrahl erfahren, wenn sie auf feste Körper treffen. Diese Veränderungen werden einer Maßeinheit zugeordnet, die definiert ist.</p>
<p>An der Beschreibung erkennt man schon, dass es sich um  indirekte Verfahren handelt, die somit zwar nicht ungenau, aber aufwendig und kompliziert sind.</p>
<p>Weil ein Messwert wie die Curvature dadurch sogar beeinflußt werden kann (der Druck verringert die Kräuselung), sind beide Methoden nicht für alle Messparameter gleich gut geeignet.</p>
<p>Beide Verfahren werden seit ca. 10 Jahren in Australien kaum noch verwendet.</p>
<p>Dazu hat die Entwicklung des (meist Sirolan-)Laserscans beigetragen:</p>
<p>Die Faser wird in 2-mm-lange Stückchen geschnitten, die in eine Lösungsflüssigkeit gegeben werden (Isoproanol und Wasser). Diese wird dann in Schläuchen durch das Gerät geführt, die an einer Stelle von einem Laserstrahl durchleuchtet werden.</p>
<p>Die Unterbrechung des Laserstrahls ist entsprechend der Dicke der Faser und wird dann gemessen und statistisch ausgewertet.</p>
<p>Es ist unschwer zu erkennen, daß auch dieses Verfahren nicht einfach durchzuführen ist, es kommt noch die Brandgefahr durch den verwendeten Alkohol hinzu.</p>
<p>Große Labors haben aber auch heute noch die Möglichkeit, mit diesem Gerät zu messen.</p>
<p>Die häufigste Anwendung in Deutschland ist bekannt durch die Fa. Yocom Mc Coll.</p>
<p>Sie bietet dabei zwei verschiedene Systeme an für die Vorbereitung der Faser zur Messung mit dem Laserscan:</p>
<p>Das <strong>Guillotinieren</strong>, bei dem nur an der Schnittstelle der Faser, der Basis, die kleinen 2-mm-Stückchen abgeschnitten werden (der Rest wird verworfen) die Messung durchgeführt wird und so nur die Bewertung der letzten 2-4 Wochen vor dem Abschneiden ermöglicht</p>
<p>und</p>
<p>die <strong>Minicore</strong>-Methode, bei der die Faser in der ganzen Länge in 2-mm-Stücke zerschnitten wird und somit die Werte des gesamten Faserwachstums (üblicherweise des gesamten vergangenen Jahres seit dem letzten Scheren) gemessen werden.</p>
<p>Diese beiden Verfahren der Faserzerkleinerung können auch mit einer anderen, derzeit wohl anerkanntesten Methode verwendet werden, dem Optical Fibre Diameter Analyser (OFDA).</p>
<p>Dieses Verfahren bietet gegenüber den obigen eine große Anzahl Vorteile:</p>
<p>Von den in 2-mm-Stückchen geschnittenen Fasern, gleichmäßig verteilt und fixiert zwischen zwei Glasplatten,  wird ein Computerbild erstellt, das der Computer dann auswertet: an klar einzeln liegenden Fasern wird der Faserdurchmesser gemessen, die Werte gespeichert.</p>
<div id="attachment_1111" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1111" title="Foto Faser unter Mikroskop" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Foto-Faser-unter-Mikroskop-300x224.PNG" alt="Ausschnitt aus dem Foto, das das OFDA erstellt" width="300" height="224" /><p class="wp-caption-text">Ausschnitt aus dem Foto, das das OFDA erstellt</p></div>
<p>-          Da an Vorbereitung nur das Zerkleinern erforderlich ist, sind die Messungen schnell und unkompliziert zu machen, die Fotos können gespeichert und archiviert, somit immer wieder neu ausgewertet werden.</p>
<p>-          Der gesamte Prozess ist sehr schnell.</p>
<p>-          Eine Faser kann in jedem Stadium der Herstellung eines Produkts gemessen werden: sowohl Rohwolle als auch Garn und Kleidungsstücke können analysiert werden.</p>
<p>-          Auch Crimp und Medullation (Primär- und Sekundärfollikelfasern) können gemessen werden</p>
<p>-          Ist eichfähig, d.h. das Werte von heute direkt mit Werten vom nächsten Jahr verglichen werden können, da bei diesem Verfahren Verunreinigungen keine Verfälschung ergeben.</p>
<p>Voraussetzung ist die Einhaltung einer gleichmäßigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei jeder Messung</p>
<p>An dieser Stelle wurde ein Film der OFDA über das Gerät OFDA 100 gezeigt.</p>
<p>Das OFDA 2000 hat neben der Möglichkeit, die gleichen Messungen wie das OFDA 100 durchzuführen, noch einige andere Vorteile:</p>
<p>-          Es ist transportabel (Nachteil: in unterschiedlichen Umgebungen unterschiedliche Luftfeuchte und Temperatur = keine eichfähige Messung unter diesen nicht genormten Bedingungen)</p>
<p>-          Es ist in der Lage, die Faser in der ganzen Länge am Stück zu messen.</p>
<p>Das bedeutet, dass Faserpartien parallel gemessen werden können, die zur gleichen Zeit gewachsen sind. So kann der Einfluss von Nahrung, Jahreszeit, Trächtigkeit, besondere Behandlungen, Erkrankungen über das ganze Jahr verfolgt werden. Das bietet die Möglichkeit, solche Einflussfaktoren günstig für die Faserentwicklung zu beeinflussen, aber auch nach Genetik zu selektieren, die weniger anfällig ist für solche Schwankungen.</p>
<p>Dieses Gerät hat es ermöglicht nachzuweisen, dass alleine die Art der Ernährung bei einem Alpaka Schwankungen von 8 Micron und mehr verursachen kann.</p>
<p>-          Ein wesentlicher Nachteil ist, dass die Faser stärker verunreinigt ist als bei der Minicore-Methode. Deshalb wird üblicherweise ein farmtypischer Korrekturfaktor vor den eigentlichen Messungen ermittelt, mit dem dann die gemessenen Werte verrechnet werden. Das verhindert natürlich bei dieser Art der Messung die Eichfähigkeit (Ausnahme wäre: alle Fasern werden vor der Messung gereinigt und gewaschen)</p>
<p>An dieser Stelle wurde ein Film über die aRbeitsweise des OFDA 2000 gezeigt.</p>
<p>Ich komme nun zu den einzelnen Fasermesswerten und ihre Beschreibung</p>
<p>Zunächst der Bekannteste:  der <strong>Faserdurchmesser</strong>, der die Dicke einer Faser angibt.</p>
<p>Er wird gemessen in Micron oder Mikrometer = 1 Millionstel Meter oder ein Tausendstel Millimeter. Zum Abschätzen: ein menschliches Haar hat 40 bis 100 Micron.</p>
<p>Die gemessenen Faserdurchmesser werden innerhalb der Probe gemittelt, so ergibt sich der:</p>
<p><strong>MFD:</strong> Mean Fiber Diameter: der gemittelte Wert aller in einer Probe gemessenen Faserdicken geteilt durch die Anzahl der gemessenen Fasern. Es handelt sich also um den statistischen Mittelwert aller gemessenen Fasern</p>
<p>Üblicherweise werden die gefundenen Werte in Klassen eingeteilt, deren Endpunkte natürlich willkürlich festgelegt wurden, aber heute allgemein anerkannt sind:</p>
<p>-  Royal: unter 19,0 Micron</p>
<p>-  Baby: unter 22,0 Micron</p>
<p>-  Superfine: unter 25,5 Micron</p>
<p>-  Fine: unter 28-30 Micron (unterschiedliche Angaben)</p>
<p>(die unterschiedlichen Angaben sind offensichtlich traditionell, da vor allem bei den groberen Fasern Unterschiede in der Festlegung der Micronwerte in den Quellen zwischen Australien, USA und Südamerika)</p>
<p>Da der Faserdurchmesser in den Proben sehr stark schwanken kann, wurden weitere Parameter festgelegt, die diese Schwankungen abbilden:</p>
<p><strong>MFD Var:</strong> Die Variation des mittleren Faserdurchmessers gibt den Bereich an, in dem im Mittel alle Faser schwanken (Beispiel: Mittelwert 19 Micron, die Fasern schwanken zwischen 14 und 25 Micron)</p>
<p>Da dieser Wert noch nicht genau genug die Menge und damit die Bedeutung der Schwankung angibt, wird ein überschaulicherer Wert</p>
<p>häufiger verwendet:</p>
<p><strong>SD:</strong> Die Standarddeviation wird ebenfalls in Micron angegeben und gibt unter Zugrundelegung der in der Natur beobachteten Gausschen Verteilungskurve für die Häufigkeit des Vorkommens natürlicher Anzahlen an, in welchem Rahmen um den gemessenen Mittelwert sich 68% aller Fasern befinden.</p>
<p>Beispiel: bei einem MFD von 20 und einem SD von 5 liegen 68% aller Fasern zwischen 15 und 25 Micron (5 Mc drüber und 5 Mc drunter)</p>
<p>Da feinere Tiere aber einen niedrigeren SD-Wert aufweisen als Tiere mit dickerer Faser, gibt es einen weiteren Parameter, der diesen Zusammenhang noch genauer darstellt:</p>
<p><strong>CV:</strong> Der Coeffizient der Variation des Durchmessers koppelt den SD an den MFD und wird in % angegeben:</p>
<p>CV = SD/MFDx100/1</p>
<p>Er sollte im Idealfall in der Größenordnung des Micronwertes liegen, ein höherer SD führt zu höheren Werten</p>
<p>Da die  Fasern mit einer Dicke von mehr als 30 Micron die unangenehme Eigenschaft haben zu kratzen, bestimmt ihre Anzahl, ob das hergestellte Produkt vom Träger als angenehm empfunden wird oder nicht.</p>
<p>Leider kann der Kunde im subjektiven Empfinden kaum wahrnehmen, ob es sich um ein Produkt mit ca. 20 oder um eines mit ca. 25 Micron handelt. Aber schon ein geringer Anteil von Fasern über 30 Micron führt zu einer Ablehnung des Produktes, auch wenn der überwiegende Anteil der restlichen Fasern unter z.B. 20 Micron liegt.</p>
<p>Damit entscheidet dieser Faktor wesentlich über die wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit einer Faserprobe.</p>
<p>Um diese Eigenschaft zu beschreiben, wurden gleich 2 Parameter gebildet, die aber dasselbe beschreiben:</p>
<p><strong>CF:</strong> der Comfort Faktor gibt in Prozent den Anteil der Fasern an, die einen Durchmesser unter 30 Micron aufweisen.</p>
<p>Er beträgt im Idealfall 100% und bedeutet damit, dass keine Fasern über 30 Micron enthalten sind und das Produkt nicht kratzen wird.</p>
<p>Diese Angabe ist in den englisch sprachigen Ländern die übliche.</p>
<p><strong>%&gt;30</strong> gibt das selbe anders herum an: es wird, ebenfalls in Prozent, der Anteil der Fasern angegeben, die über 30 Micron liegen und damit die Qualität des Endproduktes und die Akzeptanz des Kunden verringern.</p>
<p>Sein Idealwert liegt natürlich bei 0%</p>
<p>Diese Angabe findet sich häufiger in der südamerikanischen und deutschen Literatur.</p>
<p>Die folgenden Parameter zur Beschreibung unserer Faserqualität sind in Deutschland derzeit noch wenig gebräuchlich, obwohl sie eine enorme Bedeutung bei der Weiterverarbeitung der Faser darstellen und deshalb in Ländern mit laufender Faserproduktion (egal welcher Tierart) einen großen Stellenwert besitzen:</p>
<p>Was ist <strong>Spinning Fineness (SF)</strong>?</p>
<p>Der Wert für Spinning Fineness wird abgeleitet von der Martindale-Theorie über die Feinheit von Faser, ausgearbeitet von Butler and Dolling , deren Formel so aussieht:</p>
<p>SF = 0,881MFD multipliziert mit der Wurzel aus [1+5(CV%/100)²]</p>
<p>Hier ist wieder</p>
<p>MFD der mittlere Faserdurchmesser,</p>
<p>CV der Coeffizient der Variation des Faserdurchmessers</p>
<p>(wir erinnern uns: CV = SD/MFD in %, setzt somit den gemessenen Faserdurchmesser ins Verhältnis zu der Faserfeinheit:</p>
<p>je feiner die Faser, desto geringer normalerweise die Standardabweichung und bei guten Tieren auch entsprechend niedriger der CV</p>
<p>Faustformel: der SF-Wert sollte im optimalen Fall nicht wesentlich höher liegen als die Micronzahl)</p>
<p>Was bedeutet das:</p>
<p>Eine Verringerung des CV um 5 % hat den gleichen Effekt auf die Spinning Fineness wie eine Verringerung des MFD um einen Micron.</p>
<p>Zur Veranschaulichung bringe ich für Interessierte einige Rechenbeispiele dazu:</p>
<p>Ein Wert von 21 Micron bei einem CV von 28% ergibt eine SF von 21,8 Micron,</p>
<p>ein Wert von 21 Micron bei einem CV von 18% einen SF von 19,9 Micron,</p>
<p>ein  Wert von 21 Micron bei einem CV von 24% ergibt eine SF von 21,0 Micron</p>
<p>In diesem letzten Beispiel verändert der CV-Wert nicht mehr die SF.</p>
<p>Jetzt wieder zu einem etwas überschaubareren Meßwert:</p>
<p>Was ist <strong>Curvature</strong>?</p>
<p>Damit wird die Krümmung einer Faser bezeichnet.</p>
<p>Die mittlere Krümmung ist ein gemittelter Wert aus gemessenen Krümmungen von Faserschnipseln, die mit einem OFDA-Gerät gemessen wurden.</p>
<p>Es existieren auch andere Meßmethoden, sie sind aber in den letzten Jahren weniger gebräuchlich geworden.</p>
<p>Damit kann die Crimpfrequenz und – amplitude objektiv gemessen angegeben werden.</p>
<p>Die Maßeinheit ist Grad/mm Faserlänge</p>
<p>Es gibt einen hohen Zusammenhang zwischen Crimpfrequenz und Faserkrümmung:</p>
<p>Eine Faser mit einer niedrigen Crimpfrequenz hat also eine geringe Curvature, bei hoher Crimpfrequenz hat die Faser einen hohen Krümmungswert.</p>
<p>Die Faserkrümmung kann nicht nur in der Rohfaser gemessen werden, sondern auch während der gesamten weiteren Verarbeitung, im fertigen Garn und auch im Endprodukt Stoff oder Pullover.</p>
<p>Dagegen können die Crimpfrequenz und die Crimpamplitude nur im vollständigen Faserstapel bestimmt werden und nicht mehr im weiteren Verarbeitungsprozeß.</p>
<p>Aus diesem Grund kann die Krümmung/Curvature als ein Kriterium für die genaue Präzisierung einer Faser vom Tier bis zum Endprodukt verwendet werden.</p>
<p>Nur noch der Faserdurchmesser ist ein weiteres Beurteilungskriterium, das vom Tier bis zum Endprodukt konstant ist und so zur Beurteilung der Qualität genutzt werden kann.</p>
<p>Die Variation der Curvature oder auch Standarddeviation der Curvature (SDC) kann entsprechend der Definition der Standarddeviation der Faserfeinheit (SD oder SDF) genutzt werden, um den Grad der Intensität der Crimps in einem Faserbündel anzugeben.</p>
<p>Bei einem bestimmten Grad der Krümmung zeigt eine hohe SDC (Standardabweichung in der Krümmung) eine Faser mit schlechterem Faserbild an, während ein niedriger SDC-Wert bedeutet, dass es sich um einen sehr guten, gleichmäßigen Crimpcharakter handelt.</p>
<p>Wie wird die Curvature gemessen?</p>
<p>Auf einem Faserschnipsel werden Linien senkrecht zur Faser gebildet, deren Winkel in Grad gemessen werden:</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1114" title="Messung Curvature" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Messung-Curvature2.PNG" alt="Messung Curvature" width="205" height="229" />Die OFDA-Methode misst an jeweils 200Micron (= Mikrometer) langen Stücken, multipliziert diesen Wert mit 5 und rechnet dadurch von Grad pro 200 micron um in Grad pro mm (deg/mm).</p>
<p>Die Ergebnisse der Schnipselmessung werden gemittelt zu einem Mittleren Faser Krümmungswert, der MFC = Mean Fiber Curvature.</p>
<p>Dabei wird auch die Abweichung der Werte vom Mittelwert, die SDC (Standard Deviation Curvature) bestimmt, die Aufschluß über die Gleichmäßigkeit der Curvature in der gesamten Faser gibt (entspricht der Gleichmäßigkeit des Crimps über die gesamte Faser).</p>
<p>Natürlich ist hierfür eine ausreichende Menge von für das Gerät gut erkennbaren Faserstücken notwendig,</p>
<p>Diese Messung wird zeitgleich mit der Fasermessung auf Micron = Faserdurchmesser oder Faserdicke durchgeführt und auf dem Faserhistogramm mit angegeben.</p>
<p>-          Von großer Bedeutung ist, dass Cameron Holt in neueren Studien zeigen kann, dass die Curvature ein wichtiges Kriterium in der Beurteilung der Qualität eines Garnes ist</p>
<p>-          Nicht unbedingt einhergeht mit dem Crimp</p>
<p>-          Der gemessene Wert von der Messmethode abhängig ist und hier das OFDA-System zuverlässigere Werte liefert.</p>
<p>Zum Abschluss der Vollständigkeit halber noch 2 Parameter, die derzeit in Europa noch wenig geläufig sind:</p>
<p>FEM und CEM</p>
<p>FEM = Fine Edge Micron ist die Micronzahl, unter der 5 % aller Fasern unter dem gemessenen Mittelwert beginnen,</p>
<p>CEM = Coarse Edge Micron ist der Micronwert, über dem 5% .</p>
<p>Alpakas besitzen wie viele Faser produzierende Tiere unterschiedliche Arten von Fasern (vereinfacht Deckhaare = Grannenhaare und „Unterwolle“ genannt). Diese werden von unterschiedlichen Haarfollikeln gebildet, den Primär- und Sekundärfollikeln.</p>
<p>Das Haar der Alpakas ist trotz jahrtausendelanger Zucht immer noch nicht einheitlich: die früheren Grannen- oder Deckhaare sind immer noch vorhanden und sind in ihrem Verhalten deutlich anders als die meist feineren und weicheren Haare der früheren Unterwolle.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1116" title="Hautquerschnitt" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Hautquerschnitt-252x300.jpg" alt="Hautquerschnitt" width="252" height="300" /></p>
<p><strong>Primärfollikel</strong> bilden dickere Fasern, die oft „gefüllt“ oder hohl sind und meist auf Grund ihrer Dicke nicht stark gekräuselt sind. Die Fasern über 30 Micron stammen meist aus Primärfollikeln, sie können aber auch feiner sein als 30 Micron.</p>
<p>Die <strong>Sekundärfollikel</strong> können je nach Feinheit selten ebenfalls medulliert, d.h. hohl oder gefüllt sein, feine Sekundärfollikelfasern sind aber beides nicht.</p>
<p>I</p>
<p>Ich habe ein Bild von einem Histogramm, in dem die medullierten und nicht medullierten Fasern getrennt dargestellt wurden:</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1115" title="Histogramm mit getrennten Fasern" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Histogramm-mit-getrennten-Fasern-226x300.PNG" alt="Histogramm mit getrennten Fasern" width="226" height="300" /></p>
<p>Dazu ein weiteres Bild, das ebenfalls bereits in der Allespaka veröffentlicht wurde, auf dem man schön die in Gruppen stehenden Fasern erkennen kann und auch sehen kann, daß sie unterschiedlich aufgebaut sind.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1117" title="Follicle density" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Follicle-density.jpg" alt="Follicle density" width="180" height="174" /></p>
<p>Zuchtziel ist natürlich ein Alpaka mit möglichst wenig Primärfollikeln, außerdem möglichst wenig „medullated fibre“ (kann von Primär- und Sekundärfollikeln ausgehen).</p>
<p>In Australien  gilt die Devise: wenn schon die Primärfollikel nicht ganz entfernen werden können, dann sollten sie wenigstens unter 17 Micron liegen. Dies ist das Ziel, das vor Jahrhunderten in Südamerika nach vielen tausend Zuchtjahren vielleicht schon realisiert war.</p>
<p>Auf das SRS-System und das ARGE-System, mit denen man in Australien jetzt die Zucht der Alpakas über strenge Bewertungen verbessern will, kann und möchte ich hier nicht eingehen. Das sprengt den Rahmen, kann aber andernorts ausführlich nachgelesen werden.</p>
<p><strong>Wozu brauchen wir nun all diese Werte?</strong></p>
<p>Zunächst einmal kann ich nach Erhalt der Faserprobe entscheiden, ob ein Vlies für die Weiterverwendung als Garn und ähnliches geeignet ist.</p>
<p>Für gute Garne sollte der FD unter 22 liegen, die Curvature über 50, besser 60 und höher und der Anteil der Fasern über 30 gegen 0 gehen.</p>
<p>Mit geringeren Ansprüchen bekommt man natürlich deutliche Abschläge in der Qualität der Faser.</p>
<p>Das muss natürlich letzten Endes jeder Besitzer selbst entscheiden.</p>
<p>Ich bekomme aber außerdem objektive Anhaltspunkte über die Qualität meiner Alpakas.</p>
<p>Damit besteht die Möglichkeit, nach den Faserparametern gezielt Zuchtpläne für Anpaarungen zusammen zu stellen:</p>
<p>z.B. Feinheit erhöhen oder Curvature, Gleichmäßigkeit verbessern usw.</p>
<p><strong>Die Konsequenz ist also:</strong></p>
<p>Für eine effektive Zucht sind regelmäßige und verwertbare Faseranalysen unumgänglich, bevorzugt mit anerkannten und validen, eichfähigen Meßmethoden, damit sich die Ergebnisse verschiedener Jahre immer wieder miteinander vergleichen lassen.</p>
<p>Damit kann  ich mein Zuchtziel immer wieder überprüfen: nicht nur feine Tiere zu züchten, sondern im Idealfall Alpakas zu züchten, die auch in hohem Alter noch Babyfaser tragen, die aber außerdem die Erfordernisse einer industriellen Verarbeitung erfüllt.</p>
<p>Wie schön die Faser bei optimaler Zucht werden kann, zeigt ein wunderbares Foto von sehr guter Merino-Faser aus Australien: hier müssen wir hingelangen!</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1118" title="WOOL 2" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/WOOL-2.JPG" alt="WOOL 2" width="425" height="319" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Erfahrungen mit dem mobilen Ultraschallgerät</title>
		<link>http://www.aabach-farm.de/2010/02/03/erfahrungen-mit-dem-mobilen-ultraschallgerat/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 19:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen mit mobilem Ultraschall]]></category>

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		<description><![CDATA[Erfahrungen mit dem mobilen Ultraschallgerät erschienen in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 2, Februar 2008 Für jeden Alpakazüchter ist es von großer Bedeutung, sicher zu wissen, ob seine wertvollen Zuchtstuten tragend sind und die Trächtigkeit im weiteren Verlauf erhalten ist und problemlos verläuft. Für die meisten von uns bleibt als einziger sicherer Test die Blutuntersuchung auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Erfahrungen mit dem mobilen Ultraschallgerät</p>
<p>erschienen in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 2, Februar 2008</p>
<p>Für jeden Alpakazüchter ist es von großer Bedeutung, sicher zu wissen, ob seine wertvollen Zuchtstuten tragend sind und die Trächtigkeit im weiteren Verlauf erhalten ist und problemlos verläuft.</p>
<p>Für die meisten von uns bleibt als einziger sicherer Test die Blutuntersuchung auf Progesteron, die bis auf die letzten 2 Wochen vor der Geburt (hier sinkt der Spiegel wieder auf Werte wie vor einer Trächtigkeit) zuverlässig ist.</p>
<p>Leider ist diese Blutuntersuchung für viele Stuten mit erheblichem Streß verbunden, der bei sehr sensiblen Stuten sogar zum Verlust der Trächtigkeit führen kann.</p>
<p><span id="more-1088"></span></p>
<p>Für den Züchter ist er außerdem aufwändig und teuer, zudem muß er bis zu eine Woche auf das Ergebnis warten.</p>
<p>Der Abspucktest (Abwehren des Hengstes durch Widerstand/Spucken durch die Stute) kann bei dominanten Hengsten und jungen Stuten unsicher sein: sie lassen sich trotz schon bestehender Trächtigkeit decken und so wird die bereits bestehende Trächtigkeit oft unterbrochen.</p>
<p>Bereits seit einigen Jahren wird uerst in Australien und den USA, nun auch bei uns bei Alpakas ein Sonargerät verwendet, das mit Ultraschallwellen flüssigkeitsgefüllte Hohlräume anzeigt.</p>
<p>Da auch die Gebärmutter ein solcher Hohlraum ist, kann damit auch eine Trächtigkeit angezeigt werden.</p>
<p>Leider zeigt kein Bild dem Durchführenden an, ob der gefundene Hohlraum wirklich die Fruchtblase ist und nicht zum Beispiel die Harnblase oder andere Flüssigkeitsansammlungen im Bauch.</p>
<p>Gerade für einen Anfänger ist dabei die Unterscheidung aus der Zielrichtung heraus schwierig.</p>
<p>Obwohl ich mich nicht zu den Anfängern zählen möchte, muß ich zugeben, dass ich in den 2 Jahren, in denen ich mit einem solche Gerät gearbeitet habe, insgesamt 4x Trächtigkeiten festgestellt zu haben meinte (auch im Verlauf immer wieder alle 2-3 Monate als solche vom Gerät angezeigt wurden &#8211; und ich habe sicher nicht die Harnblase erwischt), die sich dann nicht bestätigten.</p>
<p>Auf diese Weise habe ich 1,5 Jahre gewartet und 4 Fohlen nicht bekommen, weil ich mich auf das Gerät verlassen habe.</p>
<p>Seit kurzem sind  tragbare Ultraschallgeräte im Handel, die sich für mich als ideale und praktikable Lösung erwiesen haben.</p>
<p>Diese kleinen Akkugeräte sind sehr leicht und das von mir verwendete der Firma Physia hat einen relativ großen Bildschirm.</p>
<p>Es benutzt einen Sektorscan (das heißt einen sehr kleinen Schallkopf) für die Darstellung, was bei Alpakas den großen Vorteil hat, dass selbst bei starker Bewollung nur ein kleines „Hautfenster“ durch Auseinanderspreizen der Faser für eine Bilddarstellung notwendig ist (wie durch ein Guckloch).</p>
<p>Dieser Schallkopf ist außerdem relativ klein, so dass selbst an der sitzenden Stute untersucht werden kann.</p>
<div id="attachment_1168" class="wp-caption alignleft" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-1168" title="homepEOS_21870-800" src="http://www.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/homepEOS_21870-800.jpg" alt="Angelika Freitag beim spontanen Ultraschall auf der AAeV-Show in Ulm 2008" width="530" height="707" /><p class="wp-caption-text">Angelika Freitag beim spontanen Ultraschall auf der AAeV-Show in Ulm 2008</p></div>
<p>Seit Ende 2005 benutze ich dieses Ultraschallgerät, mit dem ich mit einiger Übung inzwischen spätestens ab der 6. Trächtigkeitswoche, bei Stuten, die schon Fohlen hatten, sogar schon eine Woche eher, eindeutige Befunde von  der Bauchdecke aus erheben kann.</p>
<p>Da die Fruchtblase (unten) sich im Bild deutlich von der Harnblase (oben) unterscheidet (durch den breiten und unregelmäßigen Zottensaum, den die völlig glatte Harnblasenwand nicht aufweist), kann selbst ein Laie nach kurzer Einweisung eine Trächtigkeit mit einem Ultraschallgerät erkennen.</p>
<div id="attachment_1092" class="wp-caption alignleft" style="width: 435px"><img class="size-medium wp-image-1092" title="8. Woche" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/8.-Woche-300x240.jpg" alt="Foro aus der 8. Trächtigkeitswoche" width="425" height="340" /><p class="wp-caption-text">Foto aus der 8. Trächtigkeitswoche</p></div>
<p>Bei fortgeschrittener Trächtigkeit gelingt der Nachweis zunehmend einfacher.</p>
<p>Auf diese Weise kann ohne großen Aufwand die Trächtigkeit beobachtet werden und ein Abort (Verlust des Fohlens durch Resorption) früh erkannt werden.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel für die Genauigkeit:</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1093" title="Die Wirbelsäule 5. Monat" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Wirbelsäule-5.-Monat-300x240.jpg" alt="Die Wirbelsäule 5. Monat" width="317" height="252" /></p>
<p>Nun lässt sich auch vermeiden, dass junge Stuten trotz Trächtigkeit immer wieder einem Hengst zugeführt werden und durch erneute Bedeckungen die Frucht gefährdet wird.</p>
<p>Beim Kauf eines tragenden Alpakas kann dem Käufer sehr schnell die Trächtigkeit gezeigt werden.</p>
<p>Die Kosten für ein Ultraschallgerät sind naturgemäß deutlich höher als die für ein Sonargerät. Aber schon durch ein einziges gewonnenes Fohlen hat ein solches Gerät oft schon seine Unkosten eingebracht, bei mehreren Fohlen ist rentiert es sich sehr schnell. (Und die eingesparten Kosten und Belastungen durch Blutuntersuchungen müssen hier noch gegen gerechnet werden).</p>
<p>Da außerdem ein solches Gerät sicher selbst bei großen Züchtern nicht täglich im Einsatz sein dürfte, ist es  sehr gut möglich, die Anschaffungskosten noch zu reduzieren durch die Bildung von Nutzungsgemeinschaften. So können  mehrere Züchter von einem Gerät profitieren.</p>
<p>Natürlich kann mit einem solchen Gerät mehr gemacht werden als nur ein Trächtigkeitsnachweis.</p>
<p>Aber hierfür ist wirklich eine medizinische Ausbildung notwendig: einen Leber- oder Nierenbefund kann ein Laie sicher auch mit Anleitung nicht erstellen.</p>
<p>Aber schon alleine für den reinen Nachweis einer Trächtigkeit ist ein Ultraschallgerät sicher eine sinnvolle und rasch lohnende Anschaffung für jeden ernsthaften Züchter.</p>
<p>Hilfestellung kann vielleicht bald ein Bilderkatalog bieten, den wir aus gemeinsamen Bildern der letzten 2 Jahre erstellen: Da es ganz einfach ist, die Bilder auf einem Computer zu speichern (oder sie einfach mit einem Fotoapparat oder Fotohandy zu fotografieren!),  kann jeder Besitzer seine Bilder mit anderen vergleichen oder sie per Mail weiterschicken, um sich beraten zu lassen.</p>
<p>Dr. Angelika Freitag,</p>
<p>Aabach-Farm</p>
<p>Beisitzer AAeV</p>
<p>Herdbuch und Registratur</p>
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		<item>
		<title>Vorbereitungen für die Decksaison</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 19:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbereitungen für die Decksaison]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorbereitungen für die Decksaison Veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 2, Februar 2008 Der Winter ist eine gute Zeit, das Erreichte zu rekapitulieren und die Planungen für das kommende Jahr in Angriff zu nehmen. Zu diesen Vorbereitungen gehört unter vielem Anderen auch die Deckplanung. Ich möchte mich hier mit den notwendigen Maßnahmen für die eigentlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Vorbereitungen für die Decksaison</p>
<p>Veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 2, Februar 2008</p>
<p>Der Winter ist eine gute Zeit, das Erreichte zu rekapitulieren und die Planungen für das kommende Jahr in Angriff zu nehmen.</p>
<p>Zu diesen Vorbereitungen gehört unter vielem Anderen auch die Deckplanung.</p>
<p>Ich möchte mich hier mit den notwendigen Maßnahmen für die eigentlichen Bedeckungen befassen.<span id="more-1085"></span></p>
<p>Durch das Zusammenbringen von Alpakas aus verschiedenen Beständen entsteht immer das Risiko der gesundheitlichen Beeinträchtigung der zusammengebrachten Tiere.</p>
<p>Außerdem sind die Stute und ihr gegebenenfalls mitgebrachtes Fohlen durch Transport und Umstellung der Umgebung einem unvermeidlichen Streß ausgesetzt, der zusätzlich die Gesundheit und damit auch die Fruchtbarkeit belastet.</p>
<p>Damit diese Belastungen so gering wie möglich für alle betroffenen Tiere, aber insbesondere auch für die transportierten Stuten und ihre Fohlen, bleiben, sollten einige Grundregeln für den Deckbetrieb beachtet werden.</p>
<p>So umständlich und aufwendig sie auch erscheinen mögen: Sie dienen der unbedingten Gesunderhaltung der Tiere und sind deshalb für Hengst- und Stutenbesitzer von großem Interesse.</p>
<p>Selbstverständlich sind nur gesunde und ausreichend ernährte, aber nicht zu übergewichtige Stuten fruchtbar und in der Lage, trächtig zu werden. Dazu gehört auch eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen und Vitaminen, hier sind vor allem Zink und Selen bei Alpakas zu nennen.</p>
<p>Im Interesse der Besitzer von Hengst und Stute sollte die Gesundheit der Alpakas vor dem Zusammenbringen durch einen Tierarzt geprüft und schriftlich bestätigt werden.</p>
<p>Was kann nun alles übertragen werden und muß beachtet werden?</p>
<p>Ich möchte einige besonders wichtige Punkte herausgreifen, die aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:</p>
<p>- Eine Cocczidien-Infektion ist für erwachsene Alpakas unproblematisch und eine Ansteckung würde vom Besitzer nicht wahrgenommen. Für Fohlen ohne Schutz durch Immunstoffe von der Mutter kann eine Infektion aber lebensbedrohliche Durchfälle auslösen.</p>
<p>- Eine mitgebrachte Milbeninfektion kann sehr schnell eine ganze Herde befallen und so erhebliche Folgebehandlungen und damit zusammenhängende Kosten verursachen. Glücklicherweise erkranken die meisten gesunden Tiere nicht in bedrohlicher Form.</p>
<p>- Chlamydien werden möglicherweise beim Deckakt übertragen und können bei Stuten den Tod des Fohlens oder die Geburt nicht lebensfähiger Fohlen auslösen. Während einer solchen Fehl- oder Totgeburt scheidet die Stute außerdem massenhaft Chlamydien in die gesamte Umgebung aus und kann so einen ganzen Bestand infizieren und damit bei allen weiteren tragenden Stuten Fehl- oder Totgeburten auslösen. Sollte eine schwangere Frau durch Kontakt mit einer solchen Geburt infektiöses Material aufnehmen, droht auch ihr eine Fehlgeburt. Diese Erreger  können, einmal eingeschleppt, noch über Jahre viele Verluste und Probleme im Bestand aufwerfen.</p>
<p>- Es gibt eine ganze Reihe nur mäßig aggressiver Keime, die nur bei der Übertragung während des Deckvorganges über die dann ausgelöste Gebärmutterinfektion (bei Alpakas wird ja das Sperma beim Deckakt bis in die Gebärmutter eingetragen) ein Problem darstellen und in der übrigen Zeit scheinbar harmlos sind.</p>
<p>Natürlich ließe sich diese Liste weiter fortsetzen.</p>
<p>Welche vorbeugenden Schutzmaßnahmen lassen sich ergreifen, um Probleme für den Besitzer der Stute wie auch des Hengstes zu vermeiden?</p>
<p>Ein wirksamer Impfschutz durch einen Impfstoff wie Covexin 8 oder Covexin 10 wird dringend empfohlen.</p>
<p>Einige Wochen vor der geplanten Bedeckung sollte bei der Stute einen Vaginalabstrich mit Untersuchung auf Keime und deren Resistenzverhalten durchführt werden.</p>
<p>Das Ergebnis muß beim Bringen der Stute dem Hengstbesitzer vorgelegt werden, damit sein Tierarzt entscheiden kann, ob Schutzmaßnahmen erforderlich oder sinnvoll sind.</p>
<p>Sollten eventuell belastende Bakterien in diesem Abstrich nachgewiesen worden sein, zeigt ein zusätzlicher Leukozytenabstrich die Schwere der Erkrankung der Stute an: bei Vorhandensein vieler Leukozyten wird der Tierarzt die Stute mehrere Tage antibiotisch behandeln, weil eine Bedeckung sonst nicht möglich ist.</p>
<p>Sind zwar möglicherweise krankhafte Keime nachgewiesen, aber die Anzahl der Leukozyten ist nicht auffällig, kann dennoch bei der Bedeckung eine Verschleppung dieser Keime in die Gebärmutter der Stute erfolgen. Es droht ihr eine Gebärmutterinfektion, die im schlimmsten Fall zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen kann.</p>
<p>In einem solchen Fall wird der Tierarzt des Hengstbesitzers direkt vor der Bedeckung eine antibiotische Behandlung der Stute gemäß dem bei diesen Keimen im Resistogramm nachgewiesenen Resistenzverhalten durchführen.</p>
<p>Dadurch wird außerdem eine Ansteckung des Hengstes und so eine Weiterverbreitung von Keimen auf andere Stuten durch den Hengst vermieden.</p>
<p>Weil ja der Kontakt des hoffentlich entstehenden Fohlens mit der Mutter erst mindestens eine Woche später stattfindet, ist ein solches Antibiotikum längst abgebaut und kann das Fohlen in seiner Entwicklung nicht beeinträchtigen.</p>
<p>Ebenso muß eine Blutuntersuchung auf Chlamydien (bei Alpakas ist ein Abstrich auf Chlamydien nicht zuverlässig möglich!) vorliegen.</p>
<p>Eine Stute, die auf Chlamydien positiv getestet wurde, ist nicht infektiös im Umgang und kann auch durchaus gedeckt werden. Weil aber möglicherweise beim Deckakt eine Übertragung und Infektion des Hengstes stattfinden kann, muß kurz vorher eine Behandlung der Stute mit einem wirksamen Antibiotikum erfolgen.</p>
<p>Dies dient nicht nur dem Schutz der Hengste, sondern auch der anderen Stuten, die ein solcher Hengst möglicherweise in der Folgezeit ebenfalls anstecken könnte. Es werden also auch andere Stuten und somit die Bestände derer Besitzer durch eine solche Maßnahme geschützt.</p>
<p>Das Verbreiten von Darmparasiten über den Boden bzw. die Kotplätze sollte vermieden werden. Es empfiehlt sich die Durchführung einer Entwurmung ca. 14 Tage vor dem Bringen der Stute. Sie ist dadurch außerdem in einer robusteren Verfassung.</p>
<p>Um dabei auch gleich die mögliche Übertragung von Hautparasiten einzugrenzen, empfiehlt sich, zur Entwurmung ein Medikament zu verwenden, das gleichzeitig zu den Würmern auch Milben abtötet wie Moxidectin oder Ivermectin.</p>
<p>Außerdem sollte in den letzten Wochen vor dem Transport der Stute auch eine Untersuchung des Kotes auf krankhafte Darmkeime wie Cocczidien (nicht Würmer) erfolgen. Bei eventuell auffälligem Befund bleibt dann noch genügend Zeit zu einer Behandlung vor dem Transport.</p>
<p>Es ist in meinen Augen selbstverständlich, dass die Gaststuten und ihre mitgebrachten Fohlen getrennt von den anderen Alpakas des Bestandes und auch von anderen Gaststuten in eigenen Weidepaddocks mit Unterstand untergebracht und versorgt werden. Es sollte kein direkter Kontakt der Tiere untereinander möglich sein außer während der Bedeckung. Natürlich müssen sich die Alpakas aber andere sehen können, so daß auch Einzelstuten keinen unnötigen Streß erleiden durch die Unterbringung.</p>
<p>Für Betriebe mit immer wieder neuen Gaststuten ist es sicher unbedingt sinnvoll, die Paddocks bei Stutenwechsel gründlich zu desinfizieren, bevor eine neue Stute sie bewohnt.</p>
<p>Es versteht sich von selbst, dass die Hengste den gleichen, umfassenden vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen unterliegen sollten: sie müssen regelmäßig geimpft und entwurmt werden, ihre Kotproben untersucht werden, Tests auf Chlamydien durchgeführt werden.</p>
<p>Alle diese Maßnahmen erfordern eine rechtzeitige Planung und Absprache mit dem zuständigen Tierarzt, für die jetzt ausreichend Zeit ist.</p>
<p>Ich wünsche allen Alpakabesitzern eine erfolgreiche Decksaison 2008.</p>
<p>Angelika Freitag</p>
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		<title>Zuchtmethoden bei Alpakas</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 19:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Freitag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zuchtmethoden bei Alpakas]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuchtmethoden bei Alpakas Veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 4, Februar 2009; als Vortrag gehalten auf der Jahreshauptversammlung der Alpaca Association eV. am 02.11.2008 Um zu verstehen, welche komplexen Vorgänge das Zuchtgeschehen beeinflussen, ist es notwendig, ein Grundwissen der Genetik zu erwerben. Dieses ist natürlich nicht in einem Artikel eben kurz darstellbar. Ich werde mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Zuchtmethoden bei Alpakas</p>
<p>Veröffentlicht in der Zeitschrift &#8220;Allespaka&#8221;, Ausgabe 4, Februar 2009; als Vortrag gehalten auf der Jahreshauptversammlung der Alpaca Association eV. am 02.11.2008</p>
<p>Um zu verstehen, welche komplexen Vorgänge das Zuchtgeschehen beeinflussen, ist es notwendig, ein <strong>Grundwissen</strong> der Genetik zu erwerben.</p>
<p>Dieses ist natürlich nicht in einem Artikel eben kurz darstellbar.</p>
<p>Ich werde mich deshalb auf einige wesentliche Grundbegriffe beschränken, die für das Verständnis wichtig werden. <span id="more-1083"></span></p>
<p><strong>Genaufbau:</strong>Wie wird die Erbinformation weitergegeben, wo ist sie überhaupt gespeichert?</p>
<p>In der Schule hat jeder sicher einmal ein Modell der <strong>DNA- Doppelhelix</strong> gesehen:</p>
<p>Auf zwei parallel verlaufenden Eiweißsträngen wechseln sich 4 Eiweißbausteine in ständig anderer Abfolge ab und bilden in ihrer Summe einzelne Informationen wie Worte in einem geschriebenen Text – nur leider ohne Pausen und in einer noch fremden Sprache.</p>
<p><strong>Beide DNA-Stränge</strong> enthalten dieselbe Information, jeweils 2 verschiedene, aber gleich lange von Ihnen sind in einem Knotenpunkt verbunden zu einem Chromosom.</p>
<p>Außer den Geschlechtschromosomen (X und Y) kommt jedes <strong>Chromosom</strong> doppelt vor.</p>
<p>Davon stammt immer eines vom Vater und eines von der Mutter.</p>
<p>Bei der Zellteilung in den Hoden/Eierstöcken werden die vorher doppelten Gene aufgeteilt (Eizelle und Spermium enthalten also nur jeweils den halben DNA-Satz) und später bei der Verbindung Eizelle/Spermium entsteht wieder ein vollständiger Gensatz.</p>
<p>Jede vermehrungsfähige Eizelle/Spermium hat also nur einen halben Gensatz.</p>
<p>Die Aufteilung der Chromosomen auf die Vermehrungszellen ist dem Zufall überlassen.</p>
<p>Diese doppelt vorhandenen Gene auf den Chromosomen sind durchaus nicht alle <strong>„aktiviert“</strong>:</p>
<p>Wir wissen, dass vor jeder Gensequenz „<strong>Marker-Gene</strong>“ sitzen, die erst „angeschaltet“ werden müssen, damit das zugehörige Gen auch abgelesen und damit aktiv wird. Damit können gleiche Erbanlagen bei genetisch also gleichen Tieren unterschiedlich „aktiviert“ zu durchaus sichtbaren Unterschieden führen (also: eineiige Zwillinge können sich körperlich und seelisch  unterscheiden).</p>
<p>Das macht die Übersicht für einen Züchter nicht leicht.</p>
<p>Hinzu kommt noch, dass nicht alle Geninformationen  gleichartig bedeutsam sind: wir kennen alle den Begriff der „<strong>dominanten Gene</strong>“. Das sind Gene, die immer zu erkennen sind, weil sie erkennbare Veränderungen verursachen, wenn sie vorhanden sind. Andersherum: die „<strong>rezessiven Gene</strong>“ sind meist unsichtbar und werden von anderen überlagert. Ausnahme: wenn nur rezessive Information vorhanden ist, ist auch diese erkennbar.</p>
<p>Schwieriger wird es, wenn nicht eine einzelne Information zur Bildung einer Ausprägung erforderlich ist, sondern eine <strong>Kombination von Genen</strong>: nur wenn diese zusammentreffen, kann sich das erkennbare Bild ergeben. Hier ergeben sich nicht Ja-Nein-Bilder, sondern unterschiedlich viele Mischformen zwischen zwei Endpunkten.</p>
<p>Durch die oben erwähnten „Marker-Gene“ wird das Bild schließlich vollends unübersichtlich: ein vorhandenes Gen wird in Tier A gar nicht aktiviert, im Nachkommen aber wohl bei bestimmten Umgebungsbedingungen.</p>
<p><strong>Jedes Lebewesen ist also eine „Wundertüte“</strong>:</p>
<p>Bei gleichen Genen kann es eine unterschiedliche Optik geben, bei gleicher Optik ist aber durchaus eine unterschiedliche Gen-Ausstattung möglich.</p>
<p><strong>Die Konsequenz ist</strong>:</p>
<p>An den Nachkommen (=  F1-Generation) ist das Individuum nicht sicher zu beurteilen, oft erst in der Enkelgeneration (F2) oder sogar noch später.</p>
<p>In <strong>Bild 1</strong> habe ich einmal dargestellt, wie sich die Weitergabe gleichwertiger Gene auswirkt:</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1121" title="Vortrag Zucht Bild 1" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Vortrag-Zucht-Bild-11-300x225.PNG" alt="Vortrag Zucht Bild 1" width="300" height="225" /></p>
<p>Dazu nun in <strong>Bild 2</strong> dieselben Abläufe, aber mit einem dominanten (Großbuchstabe) und einem rezessiven (Kleinbuchstabe) Gen.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1122" title="Bild zucht 2" src="http://neu.aabach-farm.de/wp-content/uploads/2010/02/Bild-zucht-2-300x224.PNG" alt="Bild zucht 2" width="300" height="224" /></p>
<p>Man sieht an den unterschiedlichen Farben sehr schön, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können.</p>
<p>Jetzt kann man sich auch sehr gut vorstellen, wie kompliziert es bei noch mehr Genen werden kann.</p>
<p>Viele unserer Erbanlagen werden von sehr vielen Genen verschlüsselt, das macht das Ergebnis so schwierig in der Beurteilung.</p>
<p><strong>Was hat das nun für Auswirkungen auf die Zuchtplanung?</strong></p>
<p>Wir kennen und praktizieren sicher schon die eine oder andere Form der Zucht, ich möchte sie hier kurz beschreiben und einander gegenüberstellen.</p>
<p>Uns allen bekannt und bei den Alpakas am häufigsten praktiziert ist die <strong>„wahllose“ Zucht</strong>:</p>
<p>Unsere Tiere kommen oft aus den Ursprungsländern Südamerikas, wir kennen die Eltern/Großeltern nicht, können deshalb nicht beurteilen, welche ihrer gezeigten Körpermerkmale sind angeboren, welche davon sind gar dominant oder anders herum: was ist umgebungsbedingt?</p>
<p>Ein gutes <strong>Beispiel dafür sind die X-Beine</strong>:</p>
<p>Es wird immer wieder unterschätzt, wie hoch der Vitamin-D-Bedarf eines Alpakas ist: schließlich kommt ja durch die dichte Faser kaum UV-Strahlung an das Blut, aus Pro-Vitamin D kann nur wenig aktives Vitamin D gebildet werden bei unserer doch sehr geringen UV-Einstrahlung im Vergleich zu den Anden.</p>
<p>Konsequenz: sehr viele Alpakas haben mehr oder weniger X-Beine. So hat man lange Jahre angenommen, dass es genetisch ist, es auch in Zuchtkriterien aufgenommen.</p>
<p>Nach vielen Jahren beobachten wir aber nun, dass es natürlich auch mal genetisch sein kann, wenn ein Tier X-Beine hat, aber bei optimaler Versorgung sind X-Beine doch sehr selten.</p>
<p>Züchtet man mit weitgehend unbekannten Erbanlagen, ist das <strong>Ergebnis unsicher</strong> und selbst über die nächsten Generationen können positive oder negative Überraschungen auftreten.</p>
<p>Es ist verständlich, dass es schwierig wird, hier einzelne Faktoren, die uns besonders interessieren, gezielt herauszuarbeiten oder zu verstärken.</p>
<p>Andererseits ist das Risiko, zwei versteckte negative Erbanlagen durch unglückliche Kombination hervorzubringen, sehr gering. Das ist wichtig, wenn wir an versteckte Veranlagungen zu Krankheiten und Fehlbildungen denken (z.B: Taubheit).</p>
<p>Einen deutlichen Unterschied dazu bildet die <strong>Linienzucht:</strong></p>
<p>Hier werden nur Tiere <strong>zweier, maximal 3 verschiedener Zuchtreihen</strong> immer wieder miteinander gekreuzt. Das Ergebnis wird auf dieses Art und Weise immer zuverlässiger vorhersagbar. Ich kann auf diese Art und Weise immer näher an ein vorher von mir ausgewähltes Zuchtziel kommen.</p>
<p>Der <strong>Nachteil</strong> ergibt sich aus dem immer <strong>enger</strong> werdenden <strong>Genmaterial</strong>: das Risiko, unerwünschte, bisher unbemerkte rezessive Gene zu verstärken und dann in einem Großteil der Tiere zu etablieren, wird – lange unerkannt – immer höher. Wenn es dann erkannt wird, ist der gesamte Bestand gefährdet und darf nur noch mit Tieren außerhalb der benutzten Linien gekreuzt werden.</p>
<p>Die Linienzucht kann noch intensiviert werden durch das <strong>Inline-Breeding:</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Im Deutschen wird der sehr negativ besetzte Begriff <strong>„Inzucht“</strong> verwendet für ein Verfahren, das ganz <strong>besonders schnell</strong> ein erwünschtes Merkmal genetisch in einer Zucht verfestigen kann:</p>
<p>durch die Verpaarung sehr <strong>eng miteinander verwandter</strong> Tiere (Geschwister, Eltern/Kind, Verwandte 2. Grades) können sehr intensiv und oft zuverlässig einzelne Qualitäten verstärkt werden.</p>
<p>Ein Beispiel: ein besonders feiner Deckhengst bringt aus einer sehr guten Stute ein sehr gutes Stutfohlen. Wird dieses wieder mit seinem Vater gekreuzt, erhält das daraus entstehende Fohlen rechnerisch ¾ der Gene seines Vaters. Bei einem außergewöhnlichen Vererber die einzige Chance, möglichst viel seines Erbmaterials zu sichern.</p>
<p><strong>Problematisch</strong> wird dieses Verfahren nur dann, wenn der Vater das Ergebnis einer länger bestehenden Linienzucht ist und schon unbemerkt vermehrt unangenehme rezessive Gene trägt. Das kann zum Hervortreten deutlicher Probleme führen.</p>
<p>Es ist also eher eine Maßnahme bei vorher „wahllos“ gezüchteten Tieren, um eine unsicher fixierte, aber sehr gute Genetik zu festigen. Hier kann dieser Zuchtweg sehr schnell und sicher große Fortschritte bringen.</p>
<p>Natürlich darf das Inline-Breeding <strong>nur kurzfristig</strong> und vereinzelt verwendet werden, weil sonst sogar stärkere Probleme als beim längeren Linienzuchten auftreten.</p>
<p>Es bietet sich besonders an bei so wenig verbreiteten Eigenschaften wie die Genetik eines <strong>Vikunjas</strong> (besonders feiner Crimp, mit Curvature über 70 ähnlich dem Kaschmir; besondere Glätte der Faser) oder eines <strong>Suris</strong> (ist leider genetisch nicht dominant und auch nicht auf nur einem Gen gelegen, deshalb ja so selten).</p>
<p>Aber auch zum Züchten <strong>seltener Farbe</strong>n wie schwarz und grau ist ein kontrolliertes Inline-Breeding nützlich.</p>
<p>Das <strong>Outcross-Breeding </strong>ist am ehesten als Gegenteil des Vorherigen zu sehen.</p>
<p>Allerdings wird hier nicht in eine bestehende Linienzucht wahllos etwas Fremdes eingekreuzt.</p>
<p>Vielmehr wird bewusst in ein bestehendes, gut durchgezüchtetes und bekanntes genetisches Potential eine ebenfalls sehr bekannte, aber weit entfernte Genetik eingebracht.</p>
<p>Dieses Verfahren wird gerade in den <strong>USA und in Australien</strong> auf unterschiedliche Weise praktiziert:</p>
<p>In den <strong>USA</strong> werden <strong>Vicunjas</strong> und Paco-Vicunjas immer wieder in die bestehenden Linien eingekreuzt, um den für die Verarbeitung so wichtigen feinen und hohen Crimp zu erzielen. Natürlich leidet darunter die Dichte, weshalb es nur begrenzt und bei sehr dichten Linien möglich ist. Aber die Verwendbarkeit der Faser erhöht sich enorm.</p>
<p>In <strong>Australien</strong> werden gezielt <strong>Suris</strong> in die Huacaya-Zucht eingebracht.</p>
<p>Nicht etwa, um Mischlinge &#8211; Semi-Suris -  zu produzieren, sondern um Huacayas zu bekommen, deren Faser einen außergewöhnlichen Glanz und ein besonders glattes, das so genannte „kalte“ oder „wet“ Handling zu gekommen.</p>
<p>Wenn hier besonders feine Suris verwendet werden, kann im optimalen Fall ohne große Abstriche bei der Feinheit und beim Crimp die Huacaya-Faser erheblich gewinnen.</p>
<p>Ein Verfahren übrigens, das in den großen Herden in Chile schon immer und dann wahllos verwendet wird: dort laufen in den Herden verschiedene Hengste mit, durchaus auch Suris in den Huacaya-Herden. Viele der chilenischen Alpakas haben deshalb weniger Crimp und Dichte, aber ein schönes Handle und Glanz. Leider ist bei diesem wahllosen Vorgehen das genetische Material nicht gefestigt und deshalb nicht gesagt, ob es in den nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.</p>
<p>Was hat das Beschriebene für <strong>Konsequenzen für uns Züchter</strong>?</p>
<p>Da Zucht im eigentlichen Sinne bei Alpakas erst seit den 90er Jahren in den meisten Ländern betrieben wird, enthält die Zucht von Alpakas immer mehr Risiken als bei andern Tierarten.</p>
<p><strong>Bekanntes mit Bekanntem</strong> zu kreuzen bringt deshalb immer erst einmal das <strong>geringere Risiko</strong> dafür, dass mein Fohlen in der Qualität gegenüber den Eltern abfällt.</p>
<p>Leider lässt sich ein Zuchtfortschritt so <strong>nur langsam</strong>, aber dafür sicher erzielen.</p>
<p>Ein weiterer Nachteil wird erst nach vielen Zuchtjahren offensichtlich: die <strong>genetische Basis </strong>(durch das Rauszüchten weniger erwünschter Eigenschaften gehen auch unerkannt begleitende/benachbarte Gene verloren) <strong>verkleinert</strong> sich und assoziierte Eigenschaften wie die Fruchtbarkeit lassen nach. Dieser Verlust wird oft erst erkennbar, wenn er unwiederbringbar ist und sollte deshalb unbedingt vermieden werden.</p>
<p>Will ich <strong>schnellere Fortschritte</strong> erzielen, werde ich um die Verwendung eines <strong>kontrollierten Inline- oder Outcross-Breedings</strong> nicht herumkommen. Die <strong>höheren Risiken</strong> erfordern eine genaue „Buchführung“ der Eigenschaften über viele Generationen und eine hohe Kompetenz.</p>
<p>Jeder, der sich für diese Zuchtwege entscheidet, sollte seine Fähigkeiten zuerst sehr kritisch hinterfragen!</p>
<p><strong>Unbedingte Voraussetzung</strong> für eine qualifizierte und erfolgreiche Zucht ist eine umfangreiche Datenbasis in Form einer jedem Züchter zugänglichen, aussagefähigen Datei mit  möglichst vielen Zuchttieren und Erfassung ihrer Qualität nicht nur im Allgemeinen, sondern auch in den einzelnen Faktoren.</p>
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